Helge Achenbach: Wie viel Aufschlag ist angemessen?

Helge Achenbach
Wie viel Aufschlag ist angemessen?

Am zehnten Verhandlungstag im Prozess um den Kunsthändler Helge Achenbach geht es um erstaunliche Margen und eine Spende. Im Zeugenstand: ein Banker aus Hamburg und der Kunsthändler Paul Schönewald.
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EssenDer seit Juni 2014 in Untersuchungshaft sitzende Kunsthändler Helge Achenbach ist angeklagt wegen Untreue, Betrug und Urkundenfälschung. Im Strafprozess am Landgericht Essen geht es um mehr als 23 Millionen Schaden. Mit manipulierten Rechnungen und nicht abgesprochenen Aufschlägen sollen der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach und Stefan Horsthemke, Achenbachs Mitgeschäftsführer der Berenberg Art Advice, so vermögende Kunden wie den Aldi-Erben Berthold Albrecht und den Pharma-Unternehmer Christian Boehringer betrogen haben. Der Vorsitzende Richter Johannes Hidding muss sich durch die Befragung von Zeugen Einblick verschaffen in das Konten- und Firmengeflecht sowie in den verschwiegenen Kunstmarkt.

Der zehnte Verhandlungstag am 3. Februar 2015 ging tief in die Details. Vom Zeugen Jan Böhm, Direktor der Berenberg Bank in Hamburg, ließ sich Richter Hidding beschreiben, wie das Treffen ablief, das am 24. Juni 2013 zur Auflösung der Geschäftsverbindung der Bank mit Achenbach und Horsthemke führte. Achenbach und sein Mitgeschäftsführer in der Berenberg Art Advice wurden in getrennten Räumen zu Rückvergütungen von Galerien und Margen befragt. Achenbach habe die verdeckten, beweisbaren Aufschläge zugegeben, so Böhm, Stefan Horsthemke nicht. Richter Hidding zitierte daraufhin Achenbachs Ausruf aus den Akten: „Dass Du auch was bekommen hast, wissen wir doch alle.“

Interessenkonflikte sollten ausgeschlossen sein

Ferner schilderte Jan Böhm, wie die Berenberg Art Advice einen Kauf rückabgewickelt habe, weil der Kaufpreis nicht dem Verständnis der Bank von Angemessenheit entsprach. Ein Sammlerpaar hatte das Frühwerk „Landschaft nach Trier“ von Georg Baselitz für 875.000 Euro über die Berenberg Art Advice erworben. Der Einstandspreis des zuvor vergeblich im Markt angebotenen Werks hatte bei 200.000 Euro gelegen. Hier kollidierten, so Böhm, Beratungsmandat und Marktmargen.

Es war Achenbachs Verteidiger Thomas Elsner, der scharf nachfragte: „Gab es ein Wettbewerbsverbot für die Achenbach Kunstberatung in der Berenberg Art Advice?“ Böhm verweist daraufhin lediglich auf die Interessenkonflikte, die der Gesellschaftervertrag ausgeschlossen wissen wollte.

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Kunsthändler zahlt Spende aus Gewinn

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