Heute vor 50 Jahren fuhr James Dean in den Tod – und wurde unsterblich
Jenseits vom Paradies

Schulmädchen steckten sein Bild in die Hüllen ihrer Straßenbahn-Karten: Da sah endlich mal einer anders aus als die Tanzstunden-Partner der 50er-Jahre mit ihren flaumigen Bärtchen. Selbst wenn die versuchten, den Kragen ihres spießigen Fischgrätmantels hochzuschlagen wie er den seines Trench, die Zigarette in den äußersten Mundwinkel klemmten wie er – an Jimmy kam keiner ran. Bis heute nicht.

HB DÜSSELDORF.James Dean, der Rebell der 50er-Jahre, der genau vor 50 Jahren mit seinem silbernen Porsche 550 Spyder tödlich verunglückte und damit eine Legende gebar. Seine eigene, eine unsterbliche.

Elke Heidenreich schwärmte in ihren „Kolonien der Liebe“ für eine ganze Generation: „Endlich. Hier war die Liebe. Cal hatte ein Gesicht, weich und hochmütig, verletzlich, reizbar, mürrisch, sensibel. Er konnte weinen, war doch ein Mann, der schönste Mann, den wir je gesehen hatten. Und auch der erste neben all den Jungen, die wir küssten und kannten. Als wir aus dem Kino kamen, waren wir keine kleinen Mädchen mehr.“

Cal, das ist der Junge, der sich gegen Familie und Gesellschaft auflehnt. Der junge Rebell, der den Bruderzwist nicht lösen und die Vatergunst nicht gewinnen kann, die Kain-und-Abel-Geschichte in „Jenseits von Eden“. Es war der einzige Film, den Dean je selbst mit sich sehen konnte.

In seinem Leben – jenseits vom Paradies – soll Jimmy immer auf der Suche nach seiner viel zu früh verstorbenen Mutter gewesen sein. „Der kleine Prinz“ war sein Lieblingsbuch; „Little Bastard“ stand später auf seinem Porsche.

„Lebe schnell, stirb rasch und hinterlasse eine schöne Leich’“, das war Deans Leitspruch. O.k., den letzten Punkt hat er nicht mehr elegant inszenieren können. „Sein Kopf war unverletzt, aber sein Oberkörper war von der Lenksäule aufgespießt wie vom Horn eines Stiers“, protokollierte am 30. September 1955 der Polizist Ernie Tripke an der Kreuzung der Highways 41 und 466 in der kalifornischen Wüste.

Widersprüchlich zu späteren Aussagen. Doch nicht nur Leichen lassen sich kosmetisch herrichten, auch Biografien, erst recht Legenden. Zu denen gehört, dass viel später geöffnete Protokolle enthüllten, dass nicht James Dean am Steuer saß, sondern sein deutscher Mechaniker Rolf Wütherich, als der Porsche nach einem Überholmanöver mit dem schwarz-weißen Ford des 23-jährigen Donald Turnupseed, einem Studenten, zusammenstieß.

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