Hilmar Hoffmann wird 90
„Ich wollte schon immer den Ton angeben“

Als Frankfurter Stadtrat machte er „Kultur für alle“ zu einem Leitspruch, als Präsident des Goethe-Instituts erwies er sich als „begnadeter Bettler“. Auch im hohen Alter sitzt Hilmar Hoffmann täglich am Schreibtisch.
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FrankfurtAnlässlich seines 90. Geburtstags blickt Hilmar Hoffmann ganz weit zurück. Er sitze in letzter Zeit oft in seinem Garten und denke über seine Kindheit nach, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich hab da noch nicht alles verarbeitet.“ Nach seiner Zeit als Frankfurter Kulturdezernent und Präsident des Goethe-Instituts schrieb Hoffmann ein Buch nach dem anderen, unter anderem über kulturpolitische Themen. „Jetzt schreibe ich das erste Mal in meinem Leben nur für mich“, sagt er.

Eigentlich wollte Hoffmann seinen 90. Geburtstag am 25. August nicht so groß feiern wie in früheren Jahren. „Da hatte ich immer 600 Gäste im Garten“ - plus jene, die nicht eingeladen waren, aber trotzdem vorbeischauten. In diesem Jahr wollte er eigentlich „nur zum Frühstück eingeladen werden“, aber im Römer habe man gemeint, das gehe nicht. Also gibt es jetzt doch einen Empfang mit Bundestagspräsident Norbert Lammert als Laudator.

Zuvor wollte Hoffmann erstmal auf Kur, „damit ich dann fit bin“. Das Gehen fällt ihm schwer in den vergangenen Jahren, aber der Geist ist flink wie eh und je. Von Anekdote zu Anekdote hüpft sein Erzählfluss, Namen, Daten, Ereignisse - alle Details sind da. „Das Langzeitgedächtnis funktioniert noch ganz gut“, stimmt er zu, aber das Kurzzeitgedächtnis spiele ihm ab und zu schon einen Streich. Wobei das auch seine Vorteile habe: Wen er nicht kennen wolle, den könne er jetzt ganz ungeniert fragen, wer er denn sei.

Auch Jahrzehnte nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik ist der Wahl-Frankfurter der Mainmetropole treugeblieben. Noch immer wohnt er - versorgt von einer Haushälterin - in dem ehemaligen Forsthaus am Waldrand von Oberrad. Noch immer sitzt er täglich am Schreibtisch mit Blick auf den großen Garten.

„Ich war immer ein fleißiger Mensch“ sagt er, er arbeite jeden Tag von 10.00 bis 13.00 und von 15.00 bis 18.00 Uhr. Er schreibt mit der Hand, oder er diktiert und lässt abtippen. Bis heute hat er keinen Computer und kein Handy.

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