Himmelblaue Ironie
Neu im Kino: "Die Tiefseetaucher"

Kennen Sie Zissou? Steve Zissou? Nein? Lernen Sie ihn kennen. Er ist ein berühmter Ozean-Forscher, der von seinen Expeditionen in die blaue Tiefe Dokumentarfilme mitbringt, die ihn noch berühmter machen. Also ein Jacques Cousteau unserer Tage.

Die Figur ist natürlich erlogen: von dem texanischen Autor und Regisseur Wes Anderson ("The Royal Tenenbaums"). Man kann nur warnen: man sieht einen Abenteuerfilm und gleichzeitig dessen Parodie und genüssliche Ironisierung. Dieser Mann nimmt nichts ernst. Er sieht die Welt aus einer grotesken Schieflage, als ein Spiel, dessen Regeln er alleine kennt und beherrscht. Er malt seine Bilder wie mit einem jener Filzstifte, deren Farben falsch und giftig sind - wie die himmelblauen Anzüge und die roten Wollmützen, die er seiner Schiffsmannschaft verpasst.

Er schickt seinen alternden und ermüdeten Helden (Bill Murray) auf eine letzte Expedition, um den "Jaguar-Hai" zu jagen, der den besten Freund zerfetzte. Seine ex-Frau Anjelica Huston begleitet ihn sowie deren anderer ex-Mann Jeff Goldblum, der deutsche Maschinist Willem Dafoe, die schwangere Journalistin Cate Blanchett sowie ein junger Mann, Owen Wilson, der denkt, er sei des Helden Sohn. Und dann schlägt die Erzähllust Wes Andersons erbarmungslos zu, und er verhakt die Figuren ineinander und schickt sie in eine phantasievoll-verspielt ausgestattete himmelblaue Tiefe. Die, wie der ganze Film, eine eigene und eigenartige Schönheit entfaltet.

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