Hip-Hop

Die Beginner sind zurück

Mehr als ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Album legen die Veteranen des deutschsprachigen Raps nach. In Hannover starten die Beginner um Jan Delay ihre Tour durch Deutschland. Die meisten Konzerte sind ausverkauft.
Die Hip-Hop-Band Beginner bei ihrem Auftritt in der Swiss Life Hall in Hannover. Quelle: dpa
Auftaktkonzert

Die Hip-Hop-Band Beginner bei ihrem Auftritt in der Swiss Life Hall in Hannover.

(Foto: dpa)

HannoverSie fingen als Schülerband an, hatten Ende der 90er Jahre Hits wie „Liebes Lied“ oder „Hammerhart“ und probieren jetzt als Familienväter aus, was noch geht. Nach 13 Jahren haben die Beginner mit „Advanced Chemistry“ endlich wieder ein Album herausgebracht und sind nun auf Deutschlandtour. Die meisten Konzerte sind längst ausverkauft. Zum Auftakt in Hannover feiert das Hip-Hop-Trio aus Hamburg an Dienstag mit rund 5000 Fans eine derbe Party – für die meisten im Publikum eine Reise zurück in die eigene Jugend.

Auf der Bühne thront DJ Mad (Guido Weiß) an den Turntables auf einer Art Stufenpyramide, die gleichzeitig als Videowand dient. Denyo (Dennis Lisk) und Eizi Eiz aka Jan Delay (Jan Philipp Eißfeldt) rappen und hüpfen unten – mit Sonnenbrille, Basecap und Turnschuhen. Zu Anfang des etwa anderthalbstündigen Gigs präsentiert das Trio „Ahnma“ vom neuen Album, eine Hymne an Hamburg. Das Video, in dem unter anderem Uwe Seeler auftritt, wurde auf YouTube schon rund 23 Millionen Mal geklickt – es gibt auch diverse Parodien. Unterstützt werden die Alt-Hip-Hopper bei dem Track vom deutlich jüngeren Gangsterrapper Gzuz.

Nach Beyoncé konnte Britney Spears nur verlieren
Preisträgerin
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Es war ihr Abend: US-Sängerin Beyoncé erhielt bei den MTV Video Music Awards den Preis für das beste Musikvideo des Jahres für „Formation“, das als ihr bislang politischstes Werk gilt.

Im Mittelpunkt
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In dem in New Orleans gedrehten Musikvideo, das sich mit der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter solidarisiert, sind an einer Stelle Polizisten zu sehen, die die Hände heben, so als würden sie festgenommen. Zudem steht an einer Wand „Stop Shooting US“ geschrieben.

Beyoncé
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Bei der Show im New Yorker Madison Square Garden legte die 34-jährige Beyoncé einen 16-minütigen Auftritt mit Songs aus ihrem aktuellen Album „Lemonade“ mit zahlreichen spektakulären Kostümwechseln hin.

Britney Spears
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Direkt nach Beyoncé trat Popstar Britney Spears auf – und konnte im Vergleich nur verlieren. In einem metallisch glitzernden neongelben Body sang sie „Make Me...“ von ihrem neuen Album.

G-Eazy
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Obwohl sie dabei aufreizend Rapper G-Eazy antanzte und ihm in den Schritt fasste, zeigten sich Kommentatoren im Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter eher gelangweilt und ätzten, Spears habe ihre Playback verpatzt.

Wie eine Banane?
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„Der Auftritt war ein totaler Reinfall. In dem Outfit sah sie aus wie eine Banane“, schrieb ein Nutzer. „Was immer das war – es war schrecklich“, kommentierte ein anderer und ergänzte seine Kritik mit dem Hashtag #britney goodbye. Bei früheren MTV Award-Shows hatte Spears dagegen für unvergessene Momente gesorgt, als sie 2001 mit einem lebenden Python um den Hals auftrat und 2003 auf offener Bühne mit Madonna knutschte.

Drake mit Rihanna
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Rapper Drake wurde in der Kategorie Rap für „Hotline Bling“ ausgezeichnet, konnte den Preis aber nicht entgegennehmen, weil er laut Laudator Puff Daddy im Stau stand. Drake kam jedoch rechtzeitig, um den Preis für die Vorreiterrolle in der Popkultur an Rihanna zu überreichen.

In den aufregenden frühen Jahren des deutschsprachigen Hip-Hop waren die Beginner neben Fettes Brot und Fünf Sterne Deluxe Stars der Szene aus dem Norden. Die neuen Titel der selbst ernannten Füchse sind musikalisch vielseitiger, es gibt Pop-, Reggae- und Dubstep-Anklänge. Als Gast in Hannover wird der alte Hamburger Rap-Kumpel der Beginner, Samy Deluxe, vom Publikum euphorisch begrüßt. Gejubelt wird auch, als Jan Delay seine Version von Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ in seiner unverwechselbaren Art lässig näselnd zum Besten gibt.

Ein Höhepunkt der Show, die zwei Tänzerinnen und Sängerinnen unterstützen, ist der Auftritt von Torch von Advanced Chemistry. Nach der Heidelberger Band haben die Beginner ihr neues Album benannt. „Ohne diese Typen und deren Band wären wir nicht da“, ruft Jan Delay. Advanced Chemistry hatte eine politische Haltung, thematisierte das Leben von Migrantenkindern in Deutschland und protestierte gegen Ausländerhass.

In den coolen Reimen der Beginner vom aktuellen Album findet man dagegen wenig offenkundig Politisches. Die drei Musiker blicken auf 25 Jahre Bandgeschichte zurück, da ist viel Selbstbespiegelung dabei – allerdings mit Humor. Die meisten Zuschauer sind ungefähr so alt wie die Männer auf der Bühne oder etwas jünger. Am Ende loben viele Konzertbesucher, dass auch die alten Hits gespielt wurden. So konnten die Beginner Erinnerungen wecken an hammerharte Studenten-Partys oder gar die erste Liebe.

  • dpa
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