Hochhuth bleibt gelassen: "McKinsey kommt" reizt bis aufs Messer

Hochhuth bleibt gelassen
"McKinsey kommt" reizt bis aufs Messer

Das Theaterstück "McKinsey kommt" von Dramatiker Rolf Hochhuth ist politischer Sprengstoff: BDI-Präsident Rogowski bezeichnete das Schauspiel als "Ausbund an Geschmacklosigkeit". Die Deutsche Bank will rechtliche Schritte gegen den Autor einleiten. Hochhuth soll in dem Drama Verständnis für einen möglichen Mordanschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geäußert haben. Gegen Ackermann wird zurzeit im Zusammenhang mit der umstrittenen Auszahlung von Managerprämien im Zuge der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone ermittelt.

HB BERLIN/KONSTANZ/FRANKFURT. Als „Ausbund an Geschmacklosigkeit“ hat BDI-Präsident Michael Rogowski das neue Theaterstück des Dramatikers Rolf Hochhuth, „Mc Kinsey kommt“, attackiert. Das Stück soll am 13. Februar am Brandenburger Theater in Brandenburg/Havel uraufgeführt werden. In dem Drama wird dem Berliner „Tagesspiegel“ zufolge Verständnis für einen möglichen Mordanschlag auf den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geäußert, weil dieser Arbeitsplätze abbaue und selbst ein Spitzengehalt kassiere.

„Herr Hochhuth, schämen Sie sich!“ sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) jetzt im „Tagesspiegel“. „Will Herr Hochhuth Mord als Mittel der politischen Auseinandersetzung hoffähig machen?“ Er sei erschüttert, meinte Rogowski, dass der Tod von Alfred Herrhausen, Jürgen Ponto und BDI- Präsident Hanns Martin Schleyer für eine ideologische Polemik instrumentalisiert werde. „Es ist mit menschlichem Anstand und demokratischen Sitten unvereinbar, die Guillotine in einen Zusammenhang mit Managern zu bringen“, sagte Rogowski. Wer die Diskussion um Managergehälter oder Arbeitsplätze mit Klassenkampf verwechsle, wer Terrorismus und Guillotine ins Spiel bringe, der verlasse den Boden, auf dem diese Auseinandersetzungen geführt werden müssten.

Mit Gelassenheit hatte Hochhuth zuvor auf die Ankündigung der Deutschen Bank reagiert, rechtliche Schritte gegen sein neues Theaterstück prüfen zu wollen. Dem in Konstanz erscheinenden „Südkurier“ von letztemDonnerstag sagte Hochhuth: „Wenn die Deutsche Bank ein Gedicht mit Mitteln des Rechts angreifen will, ist sie arm dran und fügt der Reihe ihrer Fehler einen weiteren hinzu“. Auf Anfrage wollte sich der Autor dazu nicht äußern.

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