Hornlautsprecher
Trio imperiale

Hier scheppert nichts mehr: Die Firma Avantgarde hat den unübertroffenen Hornlautsprecher wieder aufgelegt. Die beweisen die wahre Liebe zur Musik.

DÜSSELDORF. Nennen wir es ruhig eine Konterrevolution. Mitten in der Zeit der digitalen iPods und der 200-Euro-Micro-Surround-„Ich-bin-doch-nicht-blöd“-Anlagen mit Breitband-Lautsprechern feiert der älteste Schallwandler der Welt in den Wohnzimmern der oberen zehntausend ein lautstarkes Comeback: der Hornlautsprecher. Pure Akustik, nur das Nötigste an Elektronik – und den unverfälschten Klang bringt in der audiophilen Königsklasse allein die archaische Größe der Trio classico aus der deutschen Edelfirma Avantgarde Acoustic.

Wer den nötigen Platz und rund 100 000 Euro mitbringt, stellt sich ein Paar der majestätischen und handgefertigten Kunstwerke mit den Tiefbass-Hörnern im Kleiderschrank-Format in die Designer-Wohnung. Exklusivität ist garantiert. Vom Topmodell, der Trio, habe Avantgarde weltweit keine 500 Paare ausgeliefert, sagt Firmengründer Holger Fromme. Klassik-Liebhaber in Asien sind die besten Kunden der Qualitäts-Töner aus dem beschaulichen Lautertal. Gerade erst wurde die bislang teuerste Einzelanfertigung für 150 000 Euro unter den Weihnachtsbaum eines Geschäftsmanns in Tokio gewuchtet.

Das trichterförmige Horn ist der natürlichste und effizienteste Schallverstärker. Das gilt vom menschlichen Ohr bis zum Alphorn. Voluminöse Hornlautsprecher waren auch bei unseren Großvätern gefragt, als in Verstärkern noch Röhren glühten und vier Watt Ausgangsleistung enorm waren.

Mit den Transistor-Verstärkern kam der Niedergang. Leistung war kein Thema mehr, und Hunderte Watt versetzten in Platz sparenden Spanplatten-Kisten wuchtige Magnete und immer größere Membranen in wummernde Schwingung. Und zwar ohne lästige Tröte davor. Akustische Unsauberkeiten erstickten zunächst in Kilos von Dämmstoff; heute regelt die Elektronik nach.

Der frühere Motorola-Manager Fromme bringt die Akustik zurück zu ihren Ursprüngen. Hornlautsprecher brauchen für denselben Output nur rund fünf Prozent der Leistung, die eine Box ohne Horn verlangt. Magnete und Membranen sind wieder winzig klein, bewegen sich blitzschnell, dynamisch und sauber. Der Lohn: Die aufwendig computerberechneten und im teuren Spritzguss-Verfahren erzeugten Schallverstärker liefern einen Klang wie beim Livekonzert. Ironischerweise sogar besonders bei geringen Lautstärken: Das Horn setzt halt schon jeden Hauch eines Druckunterschieds in satten Sound um.

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