„Idomeneo“ Merkel nennt Aus für Oper „unerträglich“

Die Absetzung der Mozart-Oper „Idomeneo“ in Berlin aus Furcht vor islamistischer Gewalt sorgt weiter für heftige Debatten. Erstmals hat sich auch Bundeskanzlerin Merkel geäußert. Der Zentralrat der Muslime sieht in der Absetzung einen „Kniefall vor den Sicherheitsbehörden, nicht vor religiösen Eiferern“.
Szene aus der Oper "Idomeneo" (Probenfoto aus dem Jahr 2003). Foto: dpa

Szene aus der Oper "Idomeneo" (Probenfoto aus dem Jahr 2003). Foto: dpa

HB BERLIN. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht aus Angst vor gewaltbereiten Radikalen immer mehr zurückweichen“, sagte Merkel der hannoverschen „Neuen Presse“ vom Mittwoch. Selbstzensur aus Angst sei unerträglich. „Zulässig ist Selbstbeschränkung nur, wenn sie aus Verantwortung im Rahmen eines echten, vollkommen gewaltlosen Dialogs der Kulturen folgt.“

Die Deutsche Oper in Berlin hatte die Inszenierung abgesetzt, nachdem nach Angaben von Intendantin Kirsten Harms die Polizei bei einer neuerlichen Aufführung vor unkalkulierbare Risiken für Künstler und Publikum gewarnt hatte. In der Inszenierung der Oper präsentiert der kretische König Idomeneo die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und des muslimischen Religionsstifters Mohammed. Die bildliche Darstellung Mohammeds gilt im Islam als Gotteslästerung.

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