Ikonen
Komplette Sammlungen unter dem Hammer

Im deutschsprachigen Raum werden immer mehr private Ikonen-Sammlungen aufgelöst. Von der Fülle des Materials kann ein spezialisierter Händler wie Stefan Brenske profitieren, weil er mit seinem Auktionsunternehmen den passenden Umschlagplatz für das Angebot geschaffen hat. Daneben haben sich schon vor Jahren die beiden Versteigerer Dr. Fischer in Heilbronn und Hargesheimer in Düsseldorf auf das Sammelgebiet konzentriert.
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DüsseldorfIkonen sind, wenn man einmal von den längst rar gewordenen Spitzenstücken absieht, auf dem deutschen Markt keine Mangelware. Das signalisieren die Herbst-Offerten dreier deutscher Auktionshäuser. Den Auftakt macht der Münchner Ikonenhändler Stefan Brenske am 25. Oktober 2014. Es ist die zweite Auktion nach Gründung seines Versteigerungsunternehmens im letzten Jahr. Bereits am 8. November folgt der Düsseldorfer Versteigerer Hargesheimer und am 13. November Dr. Fischer in Heilbronn.

Brenske wirbt in seiner Pressemitteilung mit den 2013 erzielten teilweise sechsstelligen Zuschlägen, die größtenteils nach Russland gingen, und mit mehr als einem Dutzend kompletter Sammlungen, die nun unter den Hammer kommen. Insgesamt umfasst seine im Katalog erfasste Offerte 364, nicht aber ca. 450 Lose, von denen in der Pressemitteilung die Rede war. Sie stehen im Internet auch mit Abbildungen der Rückseite und UV-Licht-Aufnahmen, worauf Stefan Brenske sehr stolz ist.

Christus vor gestirntem Himmel

Ein außergewöhnliches Stück ist der von Cherubinen umgebene, thronende Christus aus Russland. Reizvoll sind die flammenden Rottöne im Kontrast zum gestirnten Nachthimmel. Die etwas über 1 Meter hohe Tafel bildete ursprünglich einmal das Zentrum einer Ikonostase, einer Bilderwand, die den Altar- vom Laienraum abtrennte. 30.000 bis 40.000 Euro sind für die qualitätvolle und weitestgehend originale Tafel aus dem 17. Jahrhundert.

Top-Los bei Brenske ist der monumental erfasste Hl. Georg, der mit wehendem roten Mantel auf seinem weißen Pferd sitzt. Er blickt den Betrachter siegessicher an, was für Ikonen mit dem Drachentötermotiv eher ungewöhnlich ist, jedoch in der Antike typisch ist für die Darstellung ankommender Herrscher. Vergleicht man das wohl in Kreta Anfang des 16. Jahrhunderts entstandene Bild mit dem ähnlich dargestellten Hl. Menas aus dem Ikonen Museum in Recklinghausen (bei Brenske 2003 erworben), fällt der viel zu große Kopf im Verhältnis zum Unterkörper und zum Pferd auf. Seltenheitswert hat der dreiköpfige Drachen, der von den Hinterhufen des Pferdes fixiert wird. Mindestens 40.000 bis 60.000 Euro werden für den Hl. Georg erwartet.

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