Im Kinsky
Ein zu kleiner Trost

Überzogene Erwartungen der Einlieferer zahlen sich nicht aus. Diese Erfahrung machte das Wiener Auktionshaus im Kinsky mit seiner Meisterwerke-Auktion. Immerhin brachte es ein Jugendstilmöbel zum Auktionsweltrekord.
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Wien Je höher die Erwartung, desto tiefer der Fall. Diese vor allem an die Einbringer und deren überzogene Limits adressierte Lektion erteilte der Markt im Zuge der 84. Kunstauktion im Kinsky. Auf 5 bis 9 Millionen Euro hatte das Auktionshaus die Erwartungen für die 143 aus den Sparten 19. Jahrhundert, Antiquitäten, Klassische Moderne, Jugendstil und Zeitgenössisches angebotenen „Meisterwerke“-Auktion im Vorfeld beziffert. Auf 4,6 Millionen Euro (inkl. Aufgeld) belief sich die offizielle Bilanz. Sie schloss allerdings auch die unter Vorbehalt erteilten Zuschläge mit ein. Für sie laufen derzeit noch Nachverhandlungen.

Wenig glamouröser Einstand

Tatsächlich wechselte am Abend des 10. Mai nur 35 Prozent des Angebots den Besitzer. Gemessen daran blieb selbst der im Zuge dieser über weite Strecken sehr flauen Performance verzeichnete Rekord nur ein kleiner Trost. Er bescherte Auktionator Nikolaus Schauerhuber einen deutlich weniger glamourösen Einstand, als es sich der neue Geschäftsführer erhofft haben dürfte. Immerhin lieferte sich ein übers Telefon zugeschaltetes Bietertrio um einen von Josef Hoffmann und Carl Otto Czeschka entworfenen und von der Wiener Werkstätte etwa 1906 ausgeführten Spieltisch ein folgenreiches Gemetzel. Entgegen der angesetzten Taxe von 90.000 bis 150.000 Euro bewilligte der Käufer aus Großbritannien mit 486.500 Euro den Auktionsweltrekord für ein Jugendstilmöbel österreichischer Provenienz.

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