Im Kinsky: Neue Saison, neuer Geschäftsführer

Im Kinsky
Neue Saison, neuer Geschäftsführer

Ab Mai 2011 übernimmt der 42-jährige Nikolaus Schauerhuber die Geschäftsführung im Wiener Auktionshaus im Kinsky. Der umsatzverwöhnte bisherige Kinsky-Chef Otto Hans Ressler zieht sich altersbedingt zurück.
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WienÖsterreich mag ein überschaubarer Kunst-Marktplatz sein, der – wie die hier erzielten Umsätze ganz eindeutig belegen – dabei nicht auf seine geographische Größe reduziert werden sollte. Die Anzahl an Käufern aus dem Ausland wuchs vor allem im vergangenen Jahrzehnt deutlich, im Durchschnitt liegt der Exportanteil bei etwa 40 Prozent, in manchen Sparten auch darunter oder darüber.

Wie wichtig der Binnenmarkt dennoch ist, führte das Geschäftsjahr 2009 vor Augen. Entgegen dem europäischen Trend bilanzierte die Auktionsbranche der Alpenrepublik da nämlich mit Zuwächsen. Und daran knüpften die Marktführer Dorotheum und „Im Kinsky“ auch 2010 an: In beiden Häusern stiegen die Umsätze auf ein Rekordniveau, im Dorotheum um 26,5 Prozent (auf 143 Mio. Euro) und Im Kinsky um stolze 37 Prozent (auf 28 Millionen Euro)

Zuwachs in mehreren Sparten

Und im Gegensatz zum Dorotheum gewährt Im Kinsky einen detaillierten Blick in die Bücher: Die meisten Zuwächse verbuchte man in der Sparte Klassische Moderne mit 113 Prozent (gegenüber 2009) auf 13 Millionen Euro, gefolgt von Zeitgenössischer Kunst (plus 31 Prozent; 2010: 7,5 Mio. Euro) und Bildern des 19. Jahrhunderts (plus 17 Prozent; 2010: 2,5 Mio. Euro).

Der amtierende Geschäftsführer Otto Hans Ressler kann mit dieser Bilanz mehr als zufrieden sein. Seit der Gründung des Unternehmens 1993 dürfen sein Team und er sich 250 Millionen umgesetzte Euro an die Fahnen heften. Nach 45 Berufsjahren hat er sich Ende 2010 dazu entschlossen, künftig deutlich kürzer zu treten und die arbeitsintensive Funktion des Geschäftsführers ab Anfang Mai 2011 jemand anderem zu überlassen. Als Auktionator bleibt er dem Unternehmen vorerst weiterhin erhalten, dazu als Experte für Zeitgenössische Kunst zumindest so lange, bis Kollegin Claudia Mörth-Gasser aus der Karenz zurückkehrt.

Hörfunkjournalist mit Hang zur Fotografie

Im Vorfeld der 83. Kunstauktion (29./30. März 2011) wurde nun Resslers Nachfolger bekannt gegeben: Nikolaus Schauerhuber, Jahrgang 1969, war zuletzt als Journalist und Moderator beim Hörfunk (Ö1) tätig und berichtete in dieser Funktion auch über den nationalen und internationalen Kunstmarkt. Dazu kommen eine familiäre Affinität zum Kunst- und Antiquitätenhandel und vor allem seine Erfahrung als Auktionator bei Westlicht (Wien), wo er in den vergangenen Jahren Photographika und zuletzt auch klassische Fotografie versteigerte. Eine Aufgabe, die der 42-Jährige für Insider eher überraschend, auch als Kinsky-Geschäftsführer künftig beizubehalten gedenkt.

 

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