im Kinsky
Rekordpreise für Kunst aus deutschen Sammlungen

Das Wiener Auktionshaus im Kinsky erzielt ein Millionenergebnis für ein Blumenbild von Jan Brueghel dem Jüngeren. Überraschend niedrig bleibt der Zuspruch für die Klassische Moderne. Renommierte Museen streiten sich um Jugendstilschmuck von Josef Hoffmann.
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WienIm November vergangenen Jahres verzeichnete „Im Kinsky“ einen Rekord, der im positiven Sinne nicht ohne Folgen bleiben sollte: 2,19 Millionen Euro (inkl. Aufgeld) für ein um 1609 von Jan Brueghel dem Älteren auf Holz gemaltes Bouquet von 36 Blumensorten. Es ist der höchste je erzielte Auktionspreis für ein Blumenbild dieses Künstlers.

Beim siegreichen Bieter, ließ das Auktionshaus damals wissen, würde es sich um einen europäischen Privatsammler handeln. Tatsächlich war es der Londoner Altmeister-Händler Richard Green gewesen, der das einst in einer deutschen Privatsammlung beheimatete Gemälde anschließend bei der diesjährigen Tefaf-Messe in Maastricht für nunmehr 4,8 Millionen Euro offerierte.

Osteuropäer bietet 2,6 Millionen Euro

Der Zuschlag des Auktionshauses war international nicht unbemerkt geblieben und bescherte Kareen Schmid, Expertin der Sparte Alte Meister, ein weiteres Blumenstück, diesmal von Jan dem Jüngeren. Er hatte die Werkstatt nach dem Tod seines Vaters übernommen. Der aus 55 Sorten bestehende prächtige „Blumenstrauß in einer skulptierten Vase“, der um 1630 und unter Mitwirkung von Werkstattmitarbeitern (u.a. Hündchen) entstand, sollte im Zuge der jüngsten Kunstauktion vom 16./17. Juni 2015 bis zu einer Million bringen.

Stattdessen hoben mehrere übers Telefon zugeschaltete und im Saal anwesende Interessenten den Preis weit über diese obere Taxe hinweg. Den Zuschlag erteilte Auktionator und Geschäftsführer Michael Kovacek schließlich bei 2,6 Millionen Euro (inkl. Aufgeld) einem aus der osteuropäischen Region angereisten Bieter: Ein Auktionsweltrekord für ein Blumenstück des Künstlers und der höchste seit Anfang des Jahres in Österreich bei einer Versteigerung bewilligte Wert.

Stimmungsbild mit Fischern

In der Sektion 19. Jahrhundert fungierte Ferdinand Georg Waldmüller einmal mehr als Spielmacher. Dabei verfehlten die 100.800 Euro für die der Tradition altniederländischer Nischenstücke folgende Komposition, die ein unter einem blauen Seidenvorhang hervorlugendes Kind zeigt, deutlich die Erwartungen. Im Bereich des Schätzwertes blieb auch Lea von Littrows fantastisches Stimmungsbild von „Fischern in der Laguna Veneta“ (25.200 Euro), während eine von Alois Schönn verewigte Ansicht des gut frequentierten „Biergartens im Augustinerbräu in Salzburg“ (aus deutschem Privatbesitz) zum gleichen Wert bis zur oberen Taxe reizte.

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