Im moralischen Sumpf
Neu im Kino: "Schlechte Erziehung"

Ein Film-Regisseur, Enrique, sitzt in seinem Büro und weiß nicht, worüber er seinen nächsten Film drehen soll. Künstlerische Krise.

HB Dann steht Ignacio in der Tür und sagt, er sei der Freund aus Jugendzeiten und er hätte eine Kurzgeschichte geschrieben, die sich bestens zum Verfilmen eigne. Enrique weiß nicht recht, er kann sich nicht erinnern. Abends blättert er in der Kurzgeschichte - und wird tatsächlich in seine Jugend zurückgeführt. Die 60er Jahre, eine Klosterschule. Die beiden, Enrique und Ignacio, sind beste Freunde, entdecken zusammen das Leben und die Liebe (und nebenher auch das Kino).

In ihre Freundschaft mischt sich nun aber ein Pater ein, Manolo. Er zeigt ein besonderes Interesse an Ignacio, dem jungen Chorknaben. Da ist Regisseur Pedro Almodóvar bei seinem Thema angelangt: der Homosexualität, und überhaupt der repressiven Erziehung im Spanien von damals. Er geht zurückhaltend, sensibel, und doch entschieden und mit Bitterkeit mit diesem Thema um. Er dröselt es in drei Geschichten auf, die er elegant ineinander verschachtelt: die wirkliche Geschichte im Kloster; Ignacios Kurzgeschichte; und Enriques Erinnerung.

Er lässt diese drei Geschichten in drei verschiedenen Zeiten spielen, damals, drei Jahre später, und heute. Das macht den Film ein bisschen kompliziert und verwirrend, auch, weil Almodóvar ein paar Überraschungen einbaut. Aber der Stimmung einer erbarmungslosen moralischen Recherche kann man sich schwer entziehen

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