Im Schatten der Weinkrise
Sommerweine aus der Provence boomen

Die Sommer werden immer heißer, und bei Weinliebhabern liegt Frisch-Würziges im Trend. Kein Wunder also, dass das Land der Zikaden seinen Joker immer besser ausspielen kann: Während das Gejammer in den französischen Weinkellern groß ist, weil die Kundschaft wegläuft und die Fässer voll bleiben, boomt das Geschäft mit dem Rosé-Wein der Provence.

HB SAINT-RAPHAEL. Von Krise ist hier keine Spur, der angenehm leichte Wein aus dem Most von Rotweintrauben ist der Star des ältesten französischen Weinbaugebietes. Dabei ist es keine Überraschung mehr, dass im Sog des Rosé-Erfolges auch Rote aus der Provence zunehmend an Prestige und Qualität gewonnen haben.

Deutsche Winzer, die es vor allem aus dem Badischen in die Nähe des Mittelmeeres gezogen hat, tragen kräftig zu dem bemerkenswerten Aufschwung bei. In nur einem Jahrzehnt haben die Winzer der Provence ihre Produktion schlichtweg verdoppelt. Wo einst die Römer erste Weinstöcke in die Erde setzten, kommen die Weinbauern von Les-Baux-de-Provence im Westen bis nach Bellet bei Nizza inzwischen auf 160 Millionen Flaschen im Jahr. Mehr füllen auch ihre Kollegen in der klassischen Weinbauregion Burgund nicht ab.

Drei von vier Flaschen aus der Provence bringen einen Rosé auf den Tisch, immer öfter in einem ansprechenden Hellrosa - mit Erfolg: Unter den Franzosen beispielsweise gewinnt der lange etwas verpönte Rosé jedes Jahr neue Anhänger dazu, während der Rotwein dramatisch an Kunden verliert. Jede fünfte im Supermarkt verkaufte Flasche Wein ist mittlerweile ein Rosé.

Das "Heimspiel" ist für die Winzer der Provence wichtig, denn bislang exportieren sie nur etwa jede zehnte Flasche. Aber auch das soll besser werden.

Noch mehr Qualität verspricht sich der Winzerverband der Provence nicht zuletzt von einem eigens dem Rosé-Wein gewidmeten Forschungszentrum in Vidauban im Côte-d'Azur-Département Var. Das Naserümpfen über einen zu leicht oder minderwertig befundenen Rosé ist schon lange passé. "Wir wissen, wie wir einen wirklich frischen, sauberen, aromatischen und kaum zuckrigen Rosé-Wein produzieren, der ankommt", sagt Alain Baccino, Präsident des Weinerzeugerverbandes CIVP: "Der ist technisch schwieriger herzustellen als ein Roter."

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