Impressionisten Auktionen
Ohne Ausnahmewerke

Der Markt- und Wirtschaftslage entsprechend buk man kleinere Brötchen in New York. Die Impressionisten-Auktionen von Sotheby’s und Christie’s liefen diesmal ohne Glanz und Euphorie.

DüsseldorfZuschläge über 100 Millionen Dollar kann es nicht in jeder Versteigerung in New York geben – und muss es ja auch nicht. Die Hyperpreise haben ja finanzielle Nachteile für das Auktionshaus, das freiwillig auf einen Teil seiner Einnahmen verzichtet, um es sich zu sichern. Nachteile haben auch weniger betuchte Sammler, die chancenlos bleiben. Die Impressionisten und Moderne-Auktionen dieser Woche verliefen dann auch ohne den Überschwang, die große Begeisterung und ohne Preise über 100 Millionen Dollar, bisweilen aber mit soliden Ergebnissen.

Verräterische Quoten

Sotheby’s konnte am Montag 144,5 Millionen Dollar einnehmen, Christie’s am Donnerstag mit 141,5 Millionen Dollar etwas weniger. Doch was die sehr aussagekräftigen Verkaufsquoten betrifft, schneidet das britische Haus von F. Pinault, besser ab, als die Konkurrenz.

Denn Christie’s verkaufte nach Losen 86 Prozent, Sotheby‘s nur 66,1 Prozent. Das ist für eine prestigeträchtige Galaauktion ein ungewohnt schlechtes Ergebnis. Gut informierte, hoch vermögende Sammler möchten offenbar nicht auf Füllware bieten, die versteigert wird, weil besser Einlieferungen nicht zu haben waren. So erlebte Sotheby’s eine peinliche Serie von sage und schreibe 21 Rückgängen.

Die Rückgänge

Bei Christie’s gingen nur sieben Arbeiten zurück, nicht mehr als sonst auch. Darunter Werke von Magritte, Matisse und Sisley, die zwischen einer und anderthalb Millionen Dollar hätten einspielen sollen. Dass das Querformat von Auguste Renoir von Madam Galéa keinen Liebhaber fand, mag an der Taxe von 8 bis 12 Millionen Dollar gelegen haben. Vielleicht aber auch an der Süßlichkeit des Bildes, die heute weniger in die Zeit passt. Und dass die Miniversion von Auguste Rodins Meisterwerk „Die Bürger von Calais“ es schwer hat (und durchfällt), verwundert nicht wirklich.

Die Zuschläge

Christie’s konnte zwar mit „Dos desnudos en el bosque“ von Frida Kahlo einen Weltrekord setzen. Doch die 8 Millionen Dollar Verkaufspreis liegen mit Aufgeld unter der unteren Schätzung von 8 Millionen, die das Aufgeld ja nicht beinhaltet. Zur unteren Taxe von 12,8 Millionen Dollar fand Amedeo Modiglianis „Jeune Femme à la rose“ einen Käufer. Für 27 Millionen Dollar, genau in der mittleren Schätzung, fiel das Seerosenbild von Claude Monet an einen Bieter.

Eine kühn minimalistische Steinskulptur von Barbara Hepworth verdient Begeisterung. 1946 geschaffen, wirkt die Eiform von “Sculpture with Colour (Eos)“ heute noch gewagt. Sie ließ sich zu Beginn von Christie’s Abendauktion locker von 1,2 Millionen Dollar auf 5,4 Millionen heben.

Um Überhitzung zu verhindern, braucht es im hochtourigen Kunstmarkt wohl Verschnaufpausen. Für eben diese hat das mal gute, mal mittelprächtige Angebot dieser Frühjahrauktionen im Sammelgebiet Impressionisten und Moderne Kunst gesorgt.

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