Impressionisten und Moderne-Auktionen London: Schlange stehen für die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts

Impressionisten und Moderne-Auktionen London
Schlange stehen für die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts

Die Moderne tritt aus dem Schatten der zeitgenössischen Kunst. Sotheby’s und Christie’s fahren mit Impressionisten und moderner Kunst Umsätze ein wie schon lange nicht mehr. In den internationalen Auktionshäusern herrscht globaler Massenandrang.
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LondonStarke Preise und Umsatzrekorde für Surrealisten, eine Flut von Monets, Skulpturen von Picasso, interessante deutsche Expressionisten – Londons Auktionen verwöhnten einen globalen Markt, der weder kulturellen Geschmacksgrenzen noch nationale Vorlieben kennt.

Sorgen um Ölpreis- und Eurokrise lassen den Kunstmarkt kalt. Er platzt, von überschäumender Liquidität hochgetragen, aus allen Nähten. Die Luxuskataloge werden statt in wattierten Umschlägen als mehrbändige Werke in kiloschweren Kartons verschickt. Die Prestigeauktionen dauern länger als je, weil die Bieter Schlange stehen und so viel Kunst verkauft werden muss. Alles expandiert, Umsätze und Preise, die Zahl der Lose und der Käufer. Kein Wertbewahrer ist eben so schön wie die Kunst.

Steter Zustrom asiatischer Bieter

Diese Woche in London stand die ältere Kunst des 20. Jahrhunderts, die ein paar Jahre lang im Schatten der Contemporary Art zu verschwinden drohte, wieder in der Sonne. Sotheby’s lieferte am Dienstag einen Londoner Allzeit Auktionsrekord von 186 Millionen Pfund für 70 verkaufte Lose, die Beteiligung aus 35 Ländern war so international wie noch nie, bei der Tagauktion kamen die Bieter sogar aus 52 Ländern, wobei allerdings Amerikaner klar in Führung lagen. „Der Markt ist so stark wie seit zehn Jahren nicht“, freute sich Sotheby’s Expertin Helena Newman.

Am Mittwoch folgte Christie’s mit 147 Millionen Pfund. Auktionator Jussi Pylkkänen ließ als erstes Los einen als Stimmungsmacher ausgepreisten Picasso auffahren und rief: „18 Telefonbieter haben sich für dieses Bild registrieren lassen“. Noch nie, erzählt er nach der Auktion, seien die „Interessentenlisten“, nach denen er sich als Auktionator orientiert, so lang gewesen. „Der Zustrom asiatischer Bieter hat einen fluiden, globalen Markt geschaffen.“ Spezialistin Giovanna Bertazzoni ergänzte: „Die asiatischen Sammler kaufen vom klassischen Impressionismus bis zum Surrealismus. Sie sind tiefer in das Verständnis der Kunst des 20. Jahrhunderts vorgedrungen, als wir es für möglich hielten“.

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