Impressionisten und Moderne
New Yorker Kunstauktionen mit vorsichtigen Schätzpreisen

Kunstwerke von Wassily Kandinsky , Pablo Picasso und anderen Stars der Moderne versteigern Sotheby's und Christie's am 3. und 4. November in New York. Diesmal kommen auch etliche Impressionisten aus der berühmten Sammlung Durand-Ruel zum Aufruf. Auch Kees van Dongen, ein expressiver Avantgardist, ist mit sechs Gemälden gut vertreten. Die Schätzpreise sind moderat und überschreiten 10 Mio. Dollar nicht. Die New Yorker Impressionisten- und Moderneauktionen von Sotheby's und Christie's im November haben Leitbildfunktion für die ganze Branche. Ein Vorbericht.

In der Gruppe der französischen Expressionisten, den Fauves, machte sich der Autodidakt Kees van Dongen als Porträtmaler einen Namen. In der heute gesuchtesten Periode, dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrundert, rekrutierte er seine in erster Linie weiblichen Modelle vor allem aus der Halbwelt. Oft werden sie als grell bunte, leichtbekleidete Kabaretttänzerinnen mit fast aggressiver Erotik gezeigt. Männliche Modelle kommen in seinem Werk dagegen sehr selten vor.

Zu den schönsten Beispielen gehört da "Jeune Arabe", das Sotheby's in der New Yorker Impressionisten- und Moderneauktion am 4. November anbietet. Der kecke junge Mann im Kontrapost in geometrisch gemustertem Lendentuch besticht durch seine karmesinrote Hautfarbe. Das Bild entstand nach van Dongens erster Marokkoreise im Jahr 1910. Danach überraschte er mit neuer Schlichtheit, kühn geführten Linien und vereinfachten Formen. Der hohe Schätzpreis von 7/10 Mio. Dollar orientiert sich an van Dongens Marktaufschwung, der im Februar 2008 in London bei 5,6 (Taxe 2/3) Mio. Pfund für eine schimmernd gekleidete Tanzerin vom algerischen Stamm Ouled Naïl aus derselben Zeit gipfelte.

Insgesamt bieten beide Häuser in dieser Saison sechs seiner Gemälde aus verschiedenen Perioden feil. Sie adressieren jeweils eine eigene Sammlergemeinde. Der "Araber" ist Teil eines Notverkaufs von 39 Werken aus der bedeutenden Sammlung des im Frühjahr von mehreren Banken des Kreditbetrugs angeklagten niederländischen Finanziers Louis Reijtenbagh. Insgesamt schätzt Sotheby's den Wert der Werke auf um 40 Mio. Dollar, allein 23 werten den Abend des 4.11. beträchtlich auf. Die Ansprüche der Banken konnte Reijtenbagh mittlerweile befriedigen.

Weitere Höhepunkte in Sotheby's Katalog sind sieben marktfrische Bilder mit Provenienz des Impressionisten-Promoters Durand-Ruel und fünf Werke aus der Sammlung Arthur Sacklers. Für Kandinskys "Krass und Mild" (1932) werden 6/8 Mio. Dollar erwartet. Das Haus erhofft sich für 68 Lose insgesamt um 100 Mio. Dollar.

Christie's dünneres Angebot (Erwartung über 68 Mio. Dollar) von 41 Losen am 3.11. liegt nur knapp unter dem Maivolumen des Hauses. "Sehr gute Dinge bringen gute Preise", weiss Head of Department Conor Jordan. Aber Spitzenbilder kommen derzeit so gut wie gar nicht auf den Auktionsmarkt. Vorsichtig hangeln sich Christie's Taxen an den Maiergebnissen entlang. Die Höchsterwartung liegt bei nur 7/10 Mio. Dollar für Picassos Frauenporträt (1943), wahrscheinlich Dora Maar, in überraschend lebhaften Farben auf blutrotem Grund.

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