Impressionisten und Surrealisten
Es schwächelt - aber die Krise bleibt aus

Kein Höhenflug mehr, aber auch kein Einbruch – Das ist das Ergebnis der Impressionisten- und Moderne-Auktionen in London. Auch die Lose mit den höchsten Erwartungen schaffen es nur knapp über die untere Schätzung. Erfolgreicher schneiden deutsche Expressionisten ab. Überraschungserfolge landen ein neusachliches Gemälde von Georg Scholz und ein Spätwerk von Renoir.

LondonDie Auktionen für impressionistische, moderne und surrealistische Kunst in London markierten für Christie’s und Sotheby’s gleichermaßen einen stabilen, wenn auch flachen Einstieg in das Jahr. Vertreter beider Häuser wirkten nach den Auktionen merklich erleichtert. Man hatte wohl aufgrund der schwächelnden Weltmärkte mit einem niedrigeren Ergebnis gerechnet.

Christie’s spielte am Abend des 2. Februar 2016 96 Millionen Pfund ein, wobei 75 Prozent der insgesamt 89 angebotenen Lose einen Abnehmer fanden. Damit lag Christie’s komfortabel über der unteren Schätzung von 84 Millionen Pfund, blieb allerdings weit unter der oberen Schätzpreissumme von 123 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr musste das Haus einen Rückgang von 35 Prozent verzeichnen. Allerdings rechnete auch niemand mit einer Wiederholung der Ergebnisse des letzten Jahres. Die Auktion verlief überwiegend ruhig und stetig. Es gab weder dramatische Rückgänge noch große Überraschungen.

Auktionsrekord für Paul Delvaux

Sotheby’s Abendauktion am Mittwoch verlief bewegter. Mit 28 Prozent, oder 15 unverkauften von 54 angebotenen Arbeiten, schnitt Sotheby’s schlechter als der Rivale ab. Von den Toplosen fand das große, allerdings nicht überzeugende Franz Marc Gemälde„Große Landschaft 1“ von 1909, das optimistisch auf 4 bis 6 Millionen Pfund geschätzt wurde, keinen Käufer. Allerdings spielten vier Arbeiten mehr als 10 Millionen Pfund ein und das Gesamtergebnis von 94 Millionen Pfund kann sich durchaus sehen lassen.

Die separate Surrealisten-Auktion wirkte bei Sotheby’s mit nur 16 Arbeiten konzentrierter als bei Christie’s mit 41 Losen. Das machte sich bemerkbar und der Abend endete mit großem Bieterinteresse vor allem am Telefon. Einen Auktionsweltrekord für den Künstler spielte das Gemälde „Le Miroir“ von Paul Delvaux von 1936 ein, das von geschätzten 5,5 bis 7,5 Millionen auf 7,3 Millionen Pfund anstieg.

Schleppender Verkauf

Bei Christie’s erzielten auch die am höchsten geschätzten Lose teilweise nur die untere Taxe. Max Ernsts wichtige, 1941 nach der Emigration in die USA entstandene Arbeit „The Stolen Mirror“ war das Toplos der Surrealisten und spielte 7,64 Millionen Pfund ein (Schätzpreis 7 bis 10 Millionen Pfund). Ähnlich schleppend verkaufte sich Picassos Stillleben von 1937 für 4 Millionen Pfund an einen Telefonbieter. Es schaffte damit gerade die untere Schätzung.

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