In Brasilien träumen Teenies mit Teddybär von einer Karriere als Super-Mannequin
So sein wie Gisele

Zu Brasilien gehören Copacabana, Fußball oder Samba. Doch in dem südbrasilianischen Dörfchen Horizontina an der Grenze zu Argentinien ist nichts von alldem zu finden. Jährliche Hauptattraktion ist die Landwirtschaftsausstellung im Februar. Die 17 000 Einwohner folgen - wie ein Plakat am Dorfeingang besagt - "dem Beispiel der Bienen". Bis an den Horizont strecken sich die Sojafelder, die Straßen scheinen mit dem Lineal gezogen.

Und doch ist Horizontina bekannt in ganz Brasilien für ein Produkt, welches typischer für das Land kaum sein könnte: Hier wuchs Gisele Nonnenmacher Bündchen auf. Das deutschstämmige Super-Mannequin beherrscht seit fast acht Jahren Laufstege und Titelseiten in aller Welt - vorbildschön.

Seitdem sind Models aus dem Sambaland gefragt wie nie. Gerade wieder hat Camila Finn, eine dreizehnjährige Brasilianerin, in einem Wettbewerb der Top-Agentur Ford den Tiel "Supermodel of the World" gewonnen - gegen Konkurrentinnen aus 53 Ländern.

Die Beliebtheit der Brasilianerinnen unter Modemachern, Marketingexperten und PR-Spezialisten hat mehrere Gründe: Brasilianerinnen sind eine besonders diversifizierte Mischung. Viele von ihnen haben europäische, indianische und afrikanische Vorfahren. Die Mädchen können also gleichzeitig indianisch und nordeuropäisch, aber auch asiatisch und afrikanisch aussehen. Auch Passfälscher nutzen gern brasilianische Ausweise, denn in diesem Land lässt sich fast jeder Menschentyp finden.

Rund die Hälfte der brasilianischen Schönheiten, die von internationalen Agenturen vertreten werden, stammt aber aus dem kühleren Süden des Landes. Gerade dort, wo wenig vom lasziven Hedonismus der Brasilianer zu finden ist, für den die Cariocas bekannt sind, die Bewohner Rio de Janeiros.

Die Gaúchas aus dem Süden, die wegen der weiten Pampas, in denen sie leben, so heißen, gelten als konservativ, sparsam, diszipliniert. Sonntags sind die Kirchen dort voll.

Doch es ist gerade diese Menschenmischung, welche die Talentsucher in die flache Provinz ausschwärmen lässt: In Dörfern, wo heute noch Deutsch oder Italienisch gesprochen wird, finden sie dann die langen, oft blonden Typen mit grünen oder blauen Augen und der hellen Haut, welche die Modemacher bevorzugen.

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