In der Türkei angefeindet
Orhan Pamuk erhält Literatur-Nobelpreis

Der diesjährige Nobelpreis für Literatur geht an Orhan Pamuk. Der türkische Autor ist international geachtet und erhielt im vergangenen Jahr den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. In seiner Heimat dagegen ist er politischen Querelen ausgesetzt, weil er ein für die Türken heikles Thema ansprach.

HB STOCKHOLM. Es ist das erste Mal, dass ein Schriftsteller aus der Türkei den begehrten Preis erhält. Der 54-jährige Autor hat sich vor allem mit historischen Romanen im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident einen Namen gemacht. Zu den bekanntesten Werken zählen „Die Weiße Festung“, „Rot ist mein Name“ und „Schnee“. In Deutschland war der Schriftsteller im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden.

In seiner Heimat sieht sich Pamuk politischen Anfeindungen nationalistischer Kreise ausgesetzt. Wegen „Herabwürdigung des Türkentums“ wurde der Autor vor Gericht gestellt, weil er in einem Interview gesagt hatte, in der Türkei seien „eine Million Armenier und 30 000 Kurden umgebracht“ worden. Der von der Europäischen Union heftig kritisierte Prozess war Anfang des Jahres eingestellt worden.

Die Nobelpreise sind mit jeweils umgerechnet 1,1 Mill. Euro dotiert. Sie werden immer am 10. Dezember in Stockholm überreicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896). Im vergangenen Jahr hatte der englische Dramatiker Harold Pinter die höchste literarische Auszeichnung erhalten.

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