Independent Collectors
Leidenschaft schlägt Kalkül

Geben Sammler in Zeiten der Finanzkrisen weniger Geld für zeitgenössische Kunst aus? Eine Umfrage des Online-Netzwerks Independent Collectors unter seinen Sammler ergab: Die meisten Befragten kaufen unbeeindruckt weiter.
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Düsseldorf.Beeinflussen die internationalen Währungs- und  Finanzkrisen das Kaufverhalten der Sammler von zeitgenössischer Kunst? Das internationale Online-Netzwerk Independent Collectors wollte es wissen und befragte seine 4.029 Mitglieder. Über 50 haben geantwortet, zum Teil ausführlich.

Auch wenn die Aktion nicht gerade den Anspruch einer repräsentativen Umfrage erhebt, ein Stimmungsbild liefert sie doch immerhin. Antworten kamen aus insgesamt elf verschiedenen Ländern, aus Sammlerhochburgen wie den USA und Deutschland, aber auch aus China, Kanada, Brasilien und Griechenland.

Chancen in unsicheren Zeiten

Die Mehrheit, nämlich 61 Prozent der befragten Sammler gab an, ihr Kaufverhalten unter dem Eindruck der Krisen an den Finanzmärkten nicht geändert zu haben. 19 Prozent findet unsichere Zeiten sogar gerade für geeignet, in Kunst ähnlich wie in Gold zu investieren. Sie handeln in der Überzeugung, die Kunst könne von schwachen Finanzmarktdaten profitieren.

Zur Mehrheit gehören nach wie vor die leidenschaftlichen Kunstsammler. Diejenigen, die sich nicht an den Kursverläufen der Börsen orientieren und die Kunst nicht zum Zwecke des Investments erwerben. Immerhin 42 Prozent wollen einfach nur mit der Kunst, die sie lieben, alt werden. 39 Prozent der Befragten scheut dagegen die Ausgabe hoher Geldsummen für zeitgenössische Kunst. Sie kaufen auf niedrigeren Preisniveaus weiter oder fahren ihre Ankäufe zurück.

Eigene Ausstellung im Netz 

Die 2008 gegründete Plattform Independent Collectors repräsentiert die weltweit größte Online-Ausstellung von Kunst in Privatbesitz. Über 17.000 Kunstwerke von Sammlern aus mehr als 85 Nationen hält das Netzwerk für seine Mitglieder bereit. Eine Reihe von ihnen betätigt sich auch als Kuratoren der eigenen Kollektion. Ein großer Teil der 1.600 Ausstellungen ist auch für nicht-registrierte Nutzer zugänglich.

Den Nexus zum Handel bewerkstelligt seit 2010 die Rubrik „Featured Artists“. Ausgewählte Galerien wie zum Beispiel Johann König aus Berlin, die Pariser Galerie Balice Hertling und die Casey Kaplan Gallery aus New York präsentieren verfügbare Werke zum Verkauf.

In den letzten Zügen liegen die Arbeiten an einem Relaunch der Website. Co-Geschäftsführer Christian Schwarm verspricht: „Independent Collectors wird simpler, bunter, wilder“.

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