Inga Humpe hat zahlreiche Projekte laufen
Kleinbürgerliches Gewächs

Inga Humpe ist eine musikalische Arbeitsbiene, die sich für deutsches Liedgut im Radio stark macht – aber nicht nur.

Als weibliche Hälfte der „2raumwohnung“ stürmt Inga Humpe die Charts, als Sprachrohr für eine deutsche Radioquote den Bundestag. Sie steht zurzeit im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Rotblonder Lockenkopf, graublaue Augen, keine einzige Falte im Gesicht. Inga Humpe, 53, wirkt entspannt und aufgeräumt, in sich ruhend. Auch wenn sie über ihre aktuelle Situation sagt: „Ich habe keine Wochenenden, keine Pausen mehr, ich wünsche mir mehr Ruhephasen.“

Für unser Treffen schlägt sie eine Kaffeebar in Berlin-Mitte vor, unweit ihrer eigenen Wohnung mitten in der pulsierenden Metropole.

Sie trägt einen grauen Jogginganzug und Turnschuhe, knabbert an einem Brötchen und schlürft Cappuccino. „Mein Frühstück“, erklärt sie, „ich war vorher schon beim Sport.“ Nach über zwanzig Jahren Yoga schwärmt sie jetzt von der Kombination von Yoga und dem sanften Körpertraining Pilates „Darüber könnte ich drei Stunden lang reden.“ Noch lieber aber redet sie über Musik. So wie die letzten beiden Tage. Da war sie in der Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag, und es ging um die viel diskutierte Quote deutscher Musik im Radio. „Das war wirklich aufregend“, sagt sie. „Hohes Adrenalin, wenn man merkt, dass man vielleicht ein Gesetz ändern kann.“ Spannend auch zu sehen, „in welcher Situation Politiker arbeiten, diese Konzentration und der sehr straffe, geordnete Ablauf. Ich habe mich schon lange nicht mehr so als exotischer Popstar gefühlt wie da“, lacht sie.

Es ist nur eines der vielen Projekte der Inga Humpe. Vor kurzem erschien „es wird morgen“, das Album ihrer Band „2raumwohnung“, schoss auf den zweiten Platz der deutschen Charts und setzte die Erfolgsreihe fort, die eine Zufallsmelodie namens „Wir trafen uns in einem Garten“ in Gang gesetzt hatte.

Rückblick: Im Sommer 2000 trällerte sie wie selbstvergessen dieses Liedchen über den Moment, in dem eine Frau sich bei einer Gartenparty in jemanden verguckt und seitdem etwas neben sich steht. Gespielt wurde es in einem 40-sekündigen Werbespot für die ostdeutsche Zigarettenmarke Cabinet. Und löste einen Sturm aus: „Wie, das Lied gibt’s nicht auf CD?“

Also folgte die CD, erst der Song als Single, dann ein komplettes Album – „kommt zusammen“ –, das sich auf Anhieb in den Top 20 platzierte. Schließlich ein Trend: Locker beschwingte, elektronische Popmusik mit klugen, sinnlichen und vor allem so herrlich lässig hingehauchten Texten. Drei Hits waren drauf, dann folgte mit „in wirklich“ Album Nummer zwei wieder mit drei Hits und jetzt „es wird morgen“.

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