Internet-Handel profitiert vom neuen Trend
Handel mit gebrauchten Büchern boomt

Bücher aus zweiter Hand werden für immer mehr Leser die erste Wahl. Sehr zur Freude der Anbieter, wobei der klassische Buchhandel nicht immer begeistert ist.

HB HAMBURG. Romane sind die große Liebe von Cornelia B.. Bisher aber hat die Leonberger Hausfrau Probleme gehabt, ihrer Leidenschaft ausgiebig zu frönen. Denn zum Kauf der aktuellen Bücher reichte das Geld nicht, und die Wartelisten in der Bücherei wirkten nicht gerade ermutigend. Seit kurzem nun kauft die Vielleserin ihre Bücher aus zweiter Hand im Internet - wesentlich günstiger als im Buchladen um die Ecke. Der Handel mit gebrauchten Büchern boomt - zur Freude der Anbieter, die vom klassischen Buchhandel allerdings nicht immer geteilt wird.

„Sehr zufrieden“ zeigt sich denn auch der internationale Internet- Buchanbieter Amazon mit dem Secondhand-Geschäft. Amazon stellt in Deutschland seit zwei Jahren Privatleuten und Händlern die eigene Plattform zur Verfügung, um gebrauchte Bücher zu verkaufen. Dafür kassiert das Unternehmen zumeist eine Abschlussgebühr von 99 Cent und 15 Prozent des Verkaufspreises. Umsatzzahlen werden zwar nicht genannt, der Handel mit Gebraucht-Artikeln wie Büchern, CDs, DVDs und Videos aber macht mittlerweile in dem Unternehmen mit weltweit über 39 Millionen aktiven Kunden 24 Prozent aus. „Dies ist ein wichtiger und wachsender Bereich“, versichert die Sprecherin von Amazon.de, Christine Höger, die zugleich den Vorwurf zurückweist, mit dieser Strategie den Verlagen zu schaden.

Auch das Dresdner „Elbe-Team“ profitiert kräftig von der neuen Sparsamkeit der Leseratten: Der Umsatz dieses Unternehmens, das sich unter anderem auf den Verkauf von gebrauchten Büchern, Restposten und Sonderausgaben spezialisiert hat, ist im vergangenen Jahr auf 7,5 Mill. Euro gegenüber 3 Mill. Euro im Jahr zuvor hochgeschnellt. Elbe-Team verkauft sowohl auf der Amazon-Plattform als auch über die eigene Homepage und in seinen acht Filialen. Unternehmenssprecher Peter Wölki sieht vor allem in der wirtschaftlichen Lage eine Ursache dieses Erfolges: „Zehn Euro für ein Taschenbuch sind nicht mehr drin“, meint er, „der Markt hat sich verändert“. Deshalb sei es nun an den Verlagen umzudenken.

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