Internetauktionen
Keiner soll seine Kommode selbst ins Netz stellen

Sotheby's verbucht rasante Zuwächse beim Kauf auf der Website. Unter diesen Umständen will es der Auktionsriese noch einmal mit dem Internetdienstleister Ebay versuchen. Vor zehn Jahren fuhr die Partnerschaft noch hohe Verluste ein.
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New YorkMitte Juli wurde das Joint Venture von Sotheby’s und Ebay bekannt gegeben (Vgl. Handelsblatt vom 16. Juli 2014) und seitdem hat Phillip Herzog von Württemberg, Sotheby’s Deutschlandchef und Chairman Europe, Erklärungsbedarf. Aber er kann seine skeptischen Kunden beruhigen: Es bleibt alles beim Alten. Und wenn er ihnen etwa ausführt, dass ihre Einlieferungen künftig zusätzlich Ebays enormer weltweiter Kundenbasis vorgestellt werden, dann seien sie sogar begeistert. „270 Jahre Kunstwissen trifft auf 145 Millionen Kunden“, so fasst er griffig die Vorteile dieser Union zusammen. So viele aktive Käufer spricht der weltgrößte Internetversteigerer nach eigenen Angaben in 190 Ländern an.

„Unsere Kunden nutzen BIDnow“, sagt von Württemberg. Diese Online-Beteiligung an Live-Auktionen auf Sotheby’s Website gibt es schon seit 2010. Aber was ist dann neu?

Testlauf im Herbst

„Unsere Live-Auktionen werden über Sotheby’s BIDnow ins Netz gestellt und mit der Ebay-Plattform verlinkt werden. Alles Vertraute, wie unsere Expertise, Kataloge, bleiben. Neu ist unsere Verlinkung mit Ebay.com“, so erklärt Sotheby’s Deutschlandchef es dem Handelsblatt. Sollte der Testlauf mit den New Yorker Auktionen (mit Ausnahme der Abendauktionen) ab Herbst klappen, könnten nach etwa ein bis anderthalb Jahren weitere Sotheby’s-Standorte oder auch reine Online-Auktionen dazukommen.

„Keiner muss seine Kommode selbst auf Ebay ins Netz stellen, wir nutzen die bewährte Technologie, verlinken uns, um Kunst einer breiteren und neuen Klientel zugänglicher zu machen”, versichert von Württemberg. Auch bezahlt wird wie gehabt direkt an Sotheby’s.

36 Millionen Ebay-Käufer

Was die Partner im Auge haben, sind „Collectibles“ (Sammlerstücke) und der Mittelmarkt bis zu 100.000 Dollar. Im Jahr 2013 gaben 36 Millionen Käufer auf Ebay fast 8 Milliarden Dollar netto für „Collectibles“ aus. Und obwohl über 90 Prozent der von Ebay gelisteten Objekte unter 170 Dollar kosten, so der aktuelle “Online Art Report” des britischen Versicherers Hiscox, hält das weltweit größte Internetauktionshaus angeblich täglich schon etwa 3.500 Auktionen mit Zuschlägen zu über 5.000 Dollar ab. Darunter finden sich auch Ausreißer wie Luxuskarossen zu mehreren Hunderttausend Dollar.

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