Internetdownloads auf dem Vormarsch
Hörbücher beflügeln Buchverlage

Das Hörbuch sorgt bei den deutschen Buchverlagen für einen Umsatzschub. Für die darbende Buchbranche kommt der Boom der gesprochenen Bücher wie gerufen. Doch gleichzeitig wirbeln sie die Branche auch ordentlich durcheinander.

FRANKFURT. Der Markt für gesprochene Bücher wächst zweistellig, während die Konsolidierung der Branche bevorsteht. Bisher dominiert die CD das Geschäft mit dem Hörbuch, doch Downloads aus dem Internet holen immer mehr auf.

"Wir haben hohe Wachstumsraten mit Hörbüchern", sagte Karlheinz Jungbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Verlagsgruppe Lübbe, dem Handelsblatt. Der größte Buchverlag Nordrhein-Westfalens macht nach Unternehmensangaben bereits zehn Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Hörbuch-CDs und über das Herunterladen im Internet. "Es gibt weiter zweistelliges Umsatzwachstum", bestätigt auch Claudia Baumhöver, Chefin und Gesellschafterin des Hörverlags. "In fünf Jahren erwarten wir eine Verdoppelung des Marktes."

Nach Branchenangaben steigen die Erlöse der Branche in diesem Jahr auf rund 200 Mill. Euro. Ein Großteil des Umsatzes teilen sich die Branchengrößen wie der Hörverlag, Random House und Lübbe unter sich auf. Random House erwartet in diesem Jahr nach Angaben des Hörbuch-Chefs Karl-Heinz Pütz einen Umsatzsprung um 1,8 Mill. auf 15 Mill. Euro.

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Unterdessen läuft die Marktbereinigung auf Hochtouren. "Die fünf größten Hörbuch-Verlage werden künftig rund 80 Prozent des Umsatzes machen", sagt Random House-Manager Pütz. "Noch gibt es mehr als 150 Verlage, die Hörbücher verlegen. Doch die Konsolidierung schreitet voran", prognostiziert auch Hörverlag-Chefin Baumhöver. Denn im Gegensatz zu den Branchengrößten haben kleine Unternehmen oft nicht genügend Nachschub bei den Rechten für Bestseller. Am Münchener Hörverlag sind führende Verlage wie Hanser, Suhrkamp, Klett-Cotta und Kiepenheuer & Witsch beteiligt.

Für die darbende Buchbranche kommt der Boom des Hörbuchs wie gerufen. Nach Unternehmensangaben wird der Marktführer Hörverlag in diesem Jahr einen Umsatz von 17 Mill. Euro erzielen. Die Umsatzrendite sei zweistellig. Das Join-Venture profitiere nicht nur vom Erfolg des sechsten Bandes von "Harry Potter". Auch die Umsätze im Gesamtprogramm seien bisher um 35 Prozent gewachsen. Lübbe, die Nummer vier in der Hörbuch-Branche, erwirtschaftet dieses Jahr Erlöse von bis zu neun Mill. Euro mit Hörbüchern. "Eine Marktsättigung ist in den nächsten Jahren nicht in Sicht", berichtet der Verlagschef.

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