James Last wird 85
Der Gute-Laune-Botschafter

Da wird sogar Dieter Bohlen neidisch: James Last hat Millionen Platten verkauft, jeder kennt ihn. Er ist Deutschlands erfolgreichster Musiker. Auch mit 85 Jahren macht der Dirigent und Arrangeur weiter.
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BerlinNa ja, war nur so ein Wortspiel, hatte James Last noch im vergangenen Jahr erzählt, als er für „The Last Tour“ angeblich zum letzten Mal auf Tournee ging. An Rückzug denke er nicht, er mache weiter bis zum Umfallen, sagt der Erfinder des „Happy Party Sound“ zwölf Monate später in seinem Haus in Florida. Im März 2015 steht wieder eine Konzertreise an, die Musiker sind engagiert, an den Noten arbeite er noch. Vor seinem 85. Geburtstag an diesem Donnerstag (17. April) klingt Deutschlands Sonderbotschafter für gute Laune so, als ob ihm gerade der große Karrieresprung bevorsteht.

„Alles gut, alles super“, sagt Last in die knacksende Telefonleitung. Er sei an diesem Morgen schon im Pool geschwommen, am Nachmittag wolle er noch eine Runde golfen - der Bandleader hat im Rentnerparadies der USA, wo er seit mehr als 30 Jahren lebt, seinen „american way of life“ gefunden. In Deutschland guckten die Menschen an der Ampel immer so verbissen, „hier ist alles easy“.

Dass Hans Last, ein Beamtenkind aus Bremen, zum Musikstar aufstieg, klingt bei James Last wie die normalste Sache der Welt. Irgendwann habe es bei ihm gefunkt und sein Sound war geboren: Pop im Bigband-Format wie ein Film in Cinemascope, Stimmungsmusik, „Easy Listening“ nennt sich der Stil. Für manche Kritiker klangen die Bearbeitungen wie bis zur Unkenntlichkeit weichgespülte Musik.

Dabei hat der 1929 geborene Last das Musikgeschäft von der Pike auf gelernt. Sehr früh saß er am Klavier, seine älteren Brüder Werner und Robert musizierten ebenfalls. 1943 besuchte er die Heeresmusikschule Bückeburg, in den ersten Friedensjahren spielten die Brüder im Tanzorchester von Radio Bremen. Dann gründete James eine eigene Band, Anfang der 50er wird er dreimal in Folge zum besten Jazzbassisten in Deutschland gewählt, 1955 engagiert ihn der NWDR.

Last tourt damals mit Unterhaltungsmusikern wie Helmut Zacharias und Michael Jary, für die er auch Arrangements schreibt. „Ich wollte einfach Partymusik machen.“ Vom Programm von Radio Kopenhagen, das sein Vater hörte, lässt sich Last inspirieren: Zur Musik mischt er Geräusche, ausgelassene Lacher oder Gläserklirren. Die Hörer sollen das Gefühl bekommen, dass die Feier längst im Gange ist, wenn sie und er an der Haustür klingeln. Seitdem verarbeitet der Arrangeur Titel von Popgrößen - von Christina Aguilera bis zu den Beatles. Die Songs gehen ineinander über im Wohlfühlklang. Die Platten tragen Namen wie „Trumpet á gogo“, „Beachparty“ oder „Seduction“.

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