Janosch-Musical
Oh wie schön ist Panama

Am Sonntag fand in der Münchner Georg-Elser-Halle die Premiere des Kindermusicals um die Janosch-Figur Papa Löwe statt - und sie war ein voller Erfolg. Petra Kühnholz schrieb die Geschichte auf der Grundlage der gleichnamigen Episode aus Janoschs jüngstem Werk und der Zeichentrickfilm-Fernsehserie „Papa Löwe und seine glücklichen Kinder“.

HB MÜNCHEN. Viele Kinder sagten, sie hätten auch etwas gelernt: Mona (10), „dass der Merkur der Schnellste und die Venus die Hellste ist, Moritz (3), „dass der Mond nach Banane schmeckt,“ Gatto (11) „wie die Planeten heißen“ und Louisa (8), „dass sich der Mond um die Erde dreht.“ Papa Löwe ist da nicht so sicher. Das meiste, was über das Weltall bekannt ist, sei wahrscheinlich reine Spekulation. „Doch die lieben Kinderchen geben sich mit Spekulation nicht zufrieden. Sie wollen immer alles ganz genau wissen.“ Seine sieben Sprösslinge löchern ihn mit Fragen: „Warum ist die Erde rund? Warum ist Tag und Nacht? Lebt auf anderen Sternen wer und wird dort auch gelacht?“ Töchterchen Mariechen kann nicht schlafen und fängt beim Blick in den nächtlichen Sternenhimmel zu grübeln an. Doch um originelle Antworten nie verlegen bastelt Papa Löwe kurzerhand ein Planetenmobile aus Gemüse und Obst. Mit der Banane als Sinnbild für den Mond, der Erde als Apfel, dem roten Planeten Mars als rote Bete, Merkur als Champignon und dem hellsten Planeten Venus - als Zeichen für Liebe und Schönheit - in Form einer Rose. Und - schwuppdiwupp - tanzt die wildgewordene Löwenlümmelbande vor lauter Wissbegierde und Euphorie auf und um den Küchentisch und verwandelt die Küche in Windeseile in ein Raumfahrtkontrollzentrum, um Mariechen auf einer Silvesterrakete auf Entdeckungsreise ins All zu schicken.

Petra Kühnholz (unter anderem bekannt als langjährige Leiterin des Kinderprogramms beim Münchner Tollwood-Festivals) schrieb die Geschichte auf der Grundlage der gleichnamigen Episode aus Janoschs jüngstem Werk und der beliebten Zeichentrickfilm-Fernsehserie „Papa Löwe und seine glücklichen Kinder“, die in der ARD im „Tigerenten-Club“ und im Kinderkanal ausgestrahlt wird.

Zwei eigenwillige Geister treffen aufeinander: Idealist Janosch, der sein Weltbild durch Erlebnisse und Aussagen seiner liebenswerten, scheinbar naiven Figuren offenlegt und seinen Lesern und Zuschauern die Botschaft vermitteln will: „Wenn ihr euch ein bisschen mehr Mühe gebt, dann kann die Welt so schön sein wie in meinen Büchern“, und der ebenso kraftvolle wie sensible Musiker Hans-Jürgen Buchner, der bereits vor fünf Jahren mit seiner Band Haindling das Album „Tigerenten-Liederchen“ als Hommage an Janosch herausbrachte und damit das musikalische Ausgangsmaterial für das Musical lieferte.

Mariechens Raumfahrt ist als Video-Animation im Küchenfenster zu bestaunen. Die Münchner Animationskünstler der Firma 93 Grad realisierten dafür aufwendige 3D-Sequenzen verbunden mit Originalsequenzen aus der Zeichentrickserie. Für ein ebenso kunterbuntes wie quirliges Live-Erlebnis sorgt ein professionelles Team aus Schauspielern und Sängern, dem mit Ulrike Dostal (Darstellerin Alfred, Liesl und Mama Löwe) und Christian Ammermüller (Papa Löwe) Ensemblemitglieder des Münchner Staatstheaters am Gärtnerplatz angehören sowie die fantasievolle Arbeit von Kostümbildnerin Elke-Meta Müller, die sich bereits bei Filmen wie die „Unendliche Geschichte“ profilieren konnte.

Witzig und raffiniert in Szene gesetzt von Regisseur, Autor und Kulturjournalist Mathias Hejny löste seine erste Musicalproduktion für das junge Publikum zwischen vier bis zehn Jahren Begeisterung aus, und auch den Eltern gefiel die Herangehensweise der Autoren: „Auf keinen Fall die Neugier verlieren. Immer mutig nachfragen, wenn euch etwas brennend interessiert und auch nicht immer alles glauben, was der Papa sagt. Denn auch Eltern haben nicht immer Recht.“ Vorläufige Tourdaten: 19. März Attergau-Halle Sankt Georgen (Österreich), 26. März Kurhaus Baden-Baden, 23. April Pfalzbau Ludwigshafen, 29. April Stadtsaal Mühldorf, 28. Mai Stadthalle Gersthofen, 18. Oktober Luitpold-Halle Freising.

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