Japanischer Holzschnitt
Der Knüller blieb aus

Keinen Erfolg hatte das Pariser Auktionshaus Pierre Bergé & Associés mit der Versteigerung der Sammlung Huguette Berès. Das Riesenaufgebot an japanischen Holzschnitten überzeugte wegen Qualitätsmängeln nicht. Die Top-Lose waren überschätzt.
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PARIS. Napoleons Heer erlebte 1812 an der Beresina, einem Nebenfluss des russischen Dnjepr, eine in Frankreich sprichwörtlich gewordene Niederlage. Eine "Beresina" erlebte das Pariser Auktionshaus Pierre Bergé & Associés, als es 1852 Lose mit japanischen Holzschnitten, Büchern, Manuskripten aus dem Nachlass und Lager der Pariser Händlerin Huguette Berès aufrief. An vier langen Septembernachmittagen nahm Pierre Bergé & Associés 2,9 Mio. Euro (inklusive das 24 prozentige Aufgeld) ein. Weit entfernt von den gut 5 Mio. Euro, die das Auktionshaus erwartet hatte.

Händler hielten sich zurück

Sämtliche hoch geschätzten Lose wurden zurückgereicht, da "die Preise überhöht und die Qualität der Blätter nicht entsprechend war", wie ein Pariser Händler prognostiziert hatte. (Vgl. auch der online erschienene Vorbericht der Autorin vom 5. August). "Nach den ersten 30 Minuten (der insgesamt rund 20 Stunden dauernden Auktion) war es klar, dass der geplante Knüller ausbleiben würde", setzt der gleiche Experte fort. Die Händler hätten sich stark zurückgehalten, weil sich auf der Rückseite der Blätter ein schwarzer Stempel 'HB' für Huguette Berès, befand. Hintergrund: die vom internationalen Handel monierten nicht immer einwandfreien Zustände und die Qualität des Papiers, die für den Preis japanischer Holzschnitte entscheidend sind.

Kaufinteressenten aus Japan

Immerhin waren einige Japaner angereist, die auch kauften. Auch internationale Japan-Spezialisten ließen es sich nicht nehmen, die Session zu beobachten. Im Gegensatz zu den beiden ersten Huguette-Berès-Nachlass-Auktionen, die Sotheby's 2002 und 2003 erfolgreich organisierte, waren dieses Mal aber nur wenige Privatsammler aktiv. Zum Top-Los avancierte der Farbholzschnitt einer Theaterszene von Scharaku Toschusai (1794), der 86.803 Euro erzielte.

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