Kultur + Kunstmarkt
Jetzt spricht Bono

Dem deutschen Feuilletonisten ist er immer etwas zu messianisch in seinem Eiferertum für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. Deshalb bekommt Bono, Chef der Band "U2", in Deutschland gepflegte Kritiker-Ironie zu spüren.

Einer, der ihm dagegen (fast) zu Füßen liegt, ist Michka Assayas. Der französische Musikkritiker kennt Bono und "U2" seit Jahrzehnten und hat lange Gespräche mit ihm geführt. Bono plaudert über seine Familie, die Musik und natürlich über die Politik.

Dass Interviewer und Protagonist sich sehr gut kennen, macht diese Interview-Biografie zu einem Glücksfall. Die Lektüre ist sehr unterhaltsam. Auch das Frage-Antwort-Schema stört dank Bono den Lesefluss überhaupt nicht.

Der Mann, der von sich sagt, er sei "ein kritzelnder, Zigarre rauchender, Wein trinkender, Bibel lesender Rocker", hat seine stärksten Momente, wenn es politisch wird. Er zeigt dabei, dass ihn nicht nur das selbstgefällige Pathos eines internationalen Superstars an die Seite der Entrechteten dieser Welt treibt.Bono argumentiert: intelligent, witzig, lässig und mit Selbstironie. Dass sich der "Messias des Rock" selbst nicht so wichtig nimmt, beweist dem Leser: Auch Gutmenschen können sympathisch sein. Dieter Hintermeier

<<p>b>Bono über Bono. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, 286 S., 19,90 Euro

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%