Jim Morrisons 40. Todestag
Der Doors-Mythos

Vor 40 Jahren starb Jim Morrison an den Folgen seiner Alkohol- und Drogenexzesse. Er war nur 27 Jahre alt. Seine Musik hat bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Eine Hommage an einen großen Künstler.
  • 0

Frankfurt1967 veröffentlichten die Beatles mit „Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band“ einen Meilenstein der Rockgeschichte. Doch es waren die bis dahin völlig unbekannten Doors, die mit ihrem Debüt der Rockmusik eine neue Dimension gaben. Ihr Sänger Jim Morrison schlug mit seiner erotischen Ausstrahlung sein Publikum in den Bann, provozierte wie keiner zuvor das Establishment mit einer psychedelischen Kunst, die bewusst im Drogenrausch empfangen wurde. Vier Jahre nach dem Debüt starb Morrison am 3. Juli 1971 unter bis heute ungeklärten Umständen in Paris. Er wurde nur 27 Jahre alt.

Morrison war ein hoch sensibler Lyriker - neben den Platten mit den Doors veröffentlichte er Gedichtbände. Als Sohn eines im Vietnamkrieg zum Admiral aufgestiegenen Marineoffiziers wurde er mitten ins Zentrum des größten Generationenkonflikts der damaligen Zeit katapultiert. Sein Vater wollte ihn für eine Laufbahn in der Marine begeistern, der Sohn studierte lieber in Los Angeles Film- und Theaterwissenschaft.

Dort traf er Ray Manzarek, der vor den Doors bereits in einer Band spielte. 1965 schlossen sich Morrison, Manzarek, Gitarrist Robbie Krieger und Schlagzeuger John Densmore zu den Doors zusammen. Die Band spielte zunächst in Clubs und hatte Probleme, eine Plattenfirma zu finden. 1967, erinnerte sich Manzarek im Interview 2007, war die Zeit reif für die Doors und ihren bis dahin unbekannten Sound.

„Der Zeitgeist der 60er war eine Erweiterung des Bewusstseins“, sagt er, das deutsche Wort benutzend. „LSD zu nehmen öffnete die Pforten der Wahrnehmung“ (the doors of perception), fügt er in Anspielung auf das Zitat aus einem Essay von Aldous Huxley hinzu, das den Doors ihren Namen gab. „Das war sehr wichtig für die Musik der Doors, aber es war nicht die alleinige Triebfeder.“ Alles, was die Bandmitglieder studierten - Musik, Lyrik, Gedichte schreiben - sei für die Bewusstseinserweiterung mit dem Ziel völliger individueller Freiheit verantwortlich. „Unterstützt von unseren Instrumenten, dem Geist der Zeit und LSD, all das.“

„Light My Fire“ wurde der erste große Hit der Doors, der erste Song und die erste Single aus dem Debüt, „Break On Through To The Other Side“ brachte das Selbstverständnis der Band auf den Punkt. Die Doors brachten Elemente von Jazz, Klassik und lateinamerikanischer Musik in die Rockmusik, machten sie auf eine dunkle, unheimliche Art erwachsener. Lieder wie „Strange Days“, das im Kriegsfilm „Apocalypse Now“ verwendete „The End“, „Riders On The Storm“: Die Musik der Doors hat bis heute eine unverkennbare, einzigartige Ausstrahlung.

Kommentare zu " Jim Morrisons 40. Todestag: Der Doors-Mythos"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%