Jury sorgte für Überraschung
Der Goldene Bär geht nach Südafrika

Überraschung auf der Berlinale: Der südafrikanische Film "U-Carmen eKhayelitsha" von Mark Dornford-May hat den Golden Bären gewonnen.

HB BERLIN. Das teilte die Jury der 55. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. Zwei Silberne Bären gingen an den deutschen Wettbewerbsbeitrag "Sophie Scholl - Die letzten Tage": Julia Jentsch (26) wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, Marc Rothemund erhielt den Preis für die beste Regie.

Mit der Filmadaption der Bizet-Oper, die in einem südafrikanischen Townships spielt, setzte sich bei den Goldenen Bären ein absoluter Außenseiter durch. Als bester Hauptdarsteller wurde der 19 Jahre alte Amerikaner Lou Taylor Pucci in seiner ersten Kinorolle ausgezeichnet ("Thumbsucker"). Der große Preis der Jury ging an den chinesischen Beitrag "Peacock".

In dem Film des deutschen Regisseurs Rothemund geht es um die letzten Tage im Leben der 1943 hingerichteten Widerstandskämpferin und Mitbegründerin der Weißen Rose. Bei den Filmfestspielen hatte Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei") bereits viel Lob für ihre Darstellung bekommen.

Die amerikanisch-ruandische Produktion "Sometimes in April - Jedes Jahr im April" von Raoul Peck erzählt eine erschütternde Geschichte um den Völkermord in Ruanda 1994.

Deutsche Kritiker hatten zuletzt auch das rätselhafte Drama "Gespenster" des Berliner Regisseurs Christian Petzold ("Die innere Sicherheit") vorn gesehen. Vorsitzender der siebenköpfigen Jury ist der deutsche Hollywoodregisseur Roland Emmerich. Dem Gremium gehören unter anderem Schauspielerin Franka Potente und Modeschöpfer Nino Cerruti an.

Julia Jentsch "sprachlos" und "überglücklich"

Die Schauspielerin Julia Jentsch (26) ist "überglücklich" über die Auszeichnung mit dem Silbernen Bären der Berlinale. Jentsch sei "sprachlos", sagte ihre Sprecherin. Die Schauspielerin nahm den Preis bereits nach der Bekanntgabe der Jury-Entscheidung in Empfang, weil sie bei der offiziellen Verleihung nicht dabei sein kann. Jentsch sollte am Abend bei den Münchner Kammerspielen auf der Bühne stehen.

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Wowereit zieht positive Berlinale-Bilanz

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat eine positive Berlinale-Bilanz gezogen. Das Festival sei "ein voller Erfolg für Berlin" gewesen, sagte der Regierungschef am Sonnabend. Zehntausende von Gästen hätten den Potsdamer Platz "für zehn Tage zum Mekka des internationalen Filmgeschäfts gemacht". Wowereit dankte ausdrücklich Festspielleiter Dieter Kosslick und dessen Team. Das Festival sei in unvergleichlicher Weise organisiert worden, "ebenso locker wie engagiert und zuverlässig". Die Vielfalt des Programms und die steigende Bedeutung der Berlinale als Film-Messe habe Berlin als Medien-Standort weiter voran gebracht. Wowereit sagte: "Berlin als Stadt des Films hat weiter an Gewicht gewonnen."

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