Kai Diekmann

Die Rückkehr des Kaliforniers

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hat ein Dreivierteljahr in den USA verbracht, um sich über die Zukunft der Medienlandschaft zu informieren. Mitbringen wird er Freude am Experiment – nicht nur beim Äußerlichen.
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Kai Diekmann: In Kalifornien hat er das entspannte Auftreten entdeckt. Quelle: dpa

Kai Diekmann: In Kalifornien hat er das entspannte Auftreten entdeckt.

(Foto: dpa)

Palo AltoEin Chefredakteur, der seinen Schreibtisch für ein Dreivierteljahr räumt und ins Ausland geht, ist ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher ist das Aufsehen, das die US-Zeit von „Bild“-Chef Kai Diekmann erzeugte. Seit September 2012 hat Diekmann in Kalifornien die neusten Medien-Trends ausgelotet. Wie lange wird es noch gedruckte Zeitungen geben? Oder lesen wir bald allesamt digital? Jetzt kehrt Diekmann zurück, am Montag sitzt er der Planung nach wieder an seinem Schreibtisch in Berlin.

Kurz vorher hatte der Medienkonzern Axel Springer die Einführung eines neuen Bezahlmodells für die digitalen Angebote der „Bild“-Zeitung angekündigt. Steht in Deutschlands größtem Zeitungsverlag eine Revolution bevor?

Kai Diekmann sitzt entspannt am Restauranttisch in Palo Alto, mitten in Silicon Valley, bekannt als Technologie-Hochburg. Während seiner US-Zeit bekamen er und andere Springer-Manager, die ihn begleitet hatten, oft Besuch aus Deutschland. Diesmal empfängt Diekmann Hannelore Kraft, die SPD-Ministerpräsidentin aus Nordrhein-Westfalen. Zwar fliegt er in ein paar Stunden zurück nach Hause, doch für ein gemeinsames Mittagessen hat er sich Zeit genommen.

Diekmann, braun gebrannt und mit leicht offenem Hemd, ist ein gefragter Mann in diesen Tagen. Erst kürzlich besuchte ihn Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

Was er in Silicon Valley gelernt habe? „Mit Umarmungen vorsichtiger zu sein“, schmunzelt der „Bild“-Mann. Gemeint ist seine recht stürmische Begrüßung mit Vizekanzler Rösler, die in Deutschland für Aufsehen gesorgt hatte. Kraft bleibt da eher cool. „Und Diekmann hat keine Anstalten gemacht“, heißt es in ihrem Tross.

„Das ist ein großes Experiment“
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9 Kommentare zu "Kai Diekmann: Die Rückkehr des Kaliforniers"

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  • Die Print-Medien mit ihren online-Anhängseln sind in der Zwickmühle, einerseits sinken die Auflagen der Print-Medien ständig und man versucht mit online optimal zu ergänzen und/oder dazu eine gute online-Seite zu machen, wozu auch die Kommentarfunktion gehört, die weil, sie nun einmal da ist, auch nicht wieder abgeschafft werden kann.
    Andererseit, wenn Kommentare zu stark zensiert werden, ärgert das die Nutzer und macht einen schlechten Eindruck.
    Die Macher wissen auch, viele Artikel werden nicht zuletzt wegen der Kommentare gelesen, die mindestens ebenso interessant oder unterhaltsam sind wie die Artikel selbst, wenn kontrovers diskutiert wird.
    Andererseits zu sehr freie Meinung ist auch nicht erwünscht, siehe z.B Kommentare bei der "ZEIT" oder anderswo, die stark zensiert werden.
    Letzlich will und muß man Geld verdienen und wird sich entsprechend einrichten.
    Wer online überzeugen kann und das in mehrfacher Hinsicht hat auch die Chance seine Print-Auflage wenn schon nicht zu steigern, so doch wenigstens einigermaßen zu halten.

    Kleiner Tipp fürs HB, bleibt oder werdet wieder liberal und sorgt für faire Berichterstattung und seid, was den politischen teil angeht, nicht eine einseitigen Propagandaveranstaltung.

  • Wird wahrscheinlich nichts werden mit einem durchschlagenden Erfolg mit dem Bezahlmodus bei online-Medien und schon gar nicht bei Bild.
    Es gibt inzwischen so viele alternative und unabhängige dazu kostenfrei Informationsquellen im Internet, dass man sich lieber dahin durchclickt, als gerade für separiertes Boulevard-Zeugs etwas zu bezahlen was im Endeffekt mehr kostet als eine Print-Ausgabe.
    Auch hier sind die USA nicht Europa oder Deutschland.
    Man ist eben doch eher anspruchsvoller.

  • Sie wissen schon, dass das Kürzel "dpa" nicht für "Dirk Peter Asmussen" sondern "Deutsche Presse-Agentur" steht, oder?

  • Ich finde es toll, wenn sich wichtige Menschen ins Silicon Valley begeben, um dort zu lernen, wie die Welt eigentlich ist oder zumindest sein sollte.
    Wir armen Tropfen hier im verblödeten D-Land können da mit Erkenntnissen leider nicht weiter helfen.

  • Mediendinosaurier...Meinungsmache durch Mainstream gehört der Vergangenheit an. Wieso soll ich für die eigene Verblödung durch Bild Geld bezahlen, wenn ich durch Profis kostenlos auf ihren Blogs informiert werde??
    Internet hat alles auf den Kopf gestellt und die Karten neu gemischt. Zugegeben in Deutschland noch nicht, da in Deutschland alles was kostenlos und umsonst ist mit minderer Qualität gleichgestellt wird, doch dies ändert sich auch zusehends.
    Wieso benutze ich Handelsblatt.com? Es ist umsonst und ganz wichtig: ich kann Kommentare lesen und abgeben, auch wenn diese auch zensiert werden.
    Die Zukunft gehört Blogs, von Bürger/Mensch zu Mensch/Bürger und "Medienanstalten" wie Infowars.com - unzensierte Information und die Nutzer bezahlen durch unterstützende Käufe von Partnerprodukten,T-Shirts,Büchern etc.

  • Schon ein großer TamTam, den Springer da fabriziert, aber iwie en vogue, wenn man bedenkt, dass D. durchaus keinen Einzelfall darstellt.
    Die Idee, "Nachdenken über den Zeitungsmarkt", publizistisch zu begleiten und zum Abschluß des "Timeout"'s Politprominenz aus good old Europe zu empfangen, unterschlägt, dass da Usancen kopiert werden, die auch nicht gerade neu sind: ob eine Insenzierung allerdings bereits neue Inhalte definiert wird man sehen müssen.

    Silicon Valley als Reiseziel für Peterchens Mondfahrt im New Look?

    Schaun mer mal.

  • Als Politiker muss man immer dafür sorgen, dass irgendetwas Positives über einem in der Zeitung steht. Als Politikersprachrohr eignet sich der Springer-Verlag am besten. Dieckmann und Rösler passen da gut zusammen - große Klappe und nichts dahinter.

  • keine unsrer spitzen medienkräfte hat bis jetzt den eigenen burn out und den auflagen burn up der einzigen ehemaligen geldkuh im verlag derart verlogen zelebriert,wie unser kai in der ritze surfend

    da rappelt nix mehr ,der sabbelts nur noch ewiggestrig zukünftiges und wulft vergangenheit und der werte HB redakteur hat nicht mal die traute nachzufragen,warum der suppenkai die pay wall bei der BILD nicht vorstellen und verantworten will und der schärfste mittelscheitel im verlag doktor wiele mal wieder ran muß

    selten so ein gewurschtel gesehen,das zu wenig hoffnung anlaß gibt,zumal das experiment paywall bei der WELT ratlosigkeit erzeugt.

    die BILD gruppe hat die jahre allein die try,error und horror geschichten des längstren medienmanagers potdams und berlins finanziert ,was nu nicht mehr möglich ist.

    die letzten 10 jahre wurden mit PIN und überzogenen gehältern eine milliarde liquidität vergeigt,so daß zur finanzierung der dividende darlehen aufgenommen werden.

    die SPRINGER AG mit täglich geringerer fallhöhe auf dem weg zum NEUEN MARKT geschmiedet mit dampfgeplauder und eventlyrik



  • Eine Sache verstehe ich nicht: Wozu machen die Politiker eine lange Reise auf Kosten der Steuerzahler nach Kalifornien, um Dieckmann zu sehen, der in ein Paar Tagen sowieso in Deutschland sein wird.

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