Kampagne auf der Buchmesse
Tabuthema Analphabetismus

Einen Tag vor der Eröffnung hat die Frankfurter Buchmesse am Montag eine Alphabetisierungskampagne gestartet. Zusammen mit Vertretern aus dem In- und Ausland will die weltgrößte Bücherschau unter dem Motto "LitCam" (Literacy Campaign) künftig die weltweite Zusammenarbeit auf diesem Gebiet stärken.

HB FRANKFURT/MAIN. Zum Auftakt der Kampagne rief Prinzessin Laurentien von den Niederlanden die internationale Gemeinschaft auf, das Problem der Alphabetisierung ernst zu nehmen. Gerade in westlichen Ländern werde dieses Thema als "Tabu" behandelt. "Machen Sie die Alphabetisierung zu Ihrer Sache", forderte die Prinzessin. Die Journalistin, Ehefrau von Prinz Constantijn, ist in den Niederlanden Vorsitzende einer Stiftung, die Lesen- und Schreibenlernen unterstützt.

Weltweit können fast eine Milliarde Menschen nicht lesen und schreiben. Auch in Deutschland gibt es nach Schätzungen des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung mehr als vier Mill. Erwachsene, die nicht in der Lage sind, eine Zeitung zu lesen oder ein Formular auszufüllen.

Schirmherr der Kampagne ist UN-Untergeneralsekretär Shashi Tharoor, der bei den Vereinten Nationen für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Tharoor, der auch ein bekannter indischer Schriftsteller und derzeit als Nachfolger von UN - Genersekretär Kofi Annan im Gespräch ist, wird zur Eröffnung der 58. Buchmesse am Dienstag in Frankfurt erwartet.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Andreas Storm (CDU), kündigte an, dass sein Haus in den kommenden Jahren den Kampf gegen das Analphabetentum bei Erwachsenen forcieren werde. Dafür seien 30 Mill. Euro in fünf Jahren vorgesehen.

Die Frankfurter Buchmesse will künftig Lernen und Lehren zu einem neuen Schwerpunkt machen. Erstmals wird es auf der fünftägigen Messe dieses Jahre auch einen Lehrerkongress geben. Bücher und Bildung seien eng miteinander verknüpft, sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos.

Der Lehrerkongress sucht nach Antworten auf die Frage "Besser Lernen mit dem Computer?" und thematisiert den Einsatz von Hörbüchern im Unterricht. Zudem zeigen knapp 1300 Verlage und Firmen ihre Bildungsangebote vom klassischen Schulbuch bis zu Multimedia- Programmen für den Unterricht.

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