Karl & Faber
Ansehnlicher Erfolg für Fishman-Sammlung

Das, was von der in Fachkreisen hoch angesehenen Sammlung von Marvin und Janet Fishman übrig war, hat Karl & Faber für fast 2 Mio. Euro versteigert. Die oft drastische Kunst der Weimarer Republik wurde neu bewertet und erzielte gute Preise. Neben Händlern und bekannten Privatsammlern bot auch Fernseh-Moderator Günther Jauch mit.
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MÜNCHEN. Unter dem Titel "Tanz auf dem Vulkan" versteigerte das alt eingesessene Kunstauktionshaus Karl & Faber in München mit großem Erfolg am 28. Oktober rund 200 Werke aus der Sammlung Marvin & Janet Fishman. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Knapp 2 Millionen Euro Erlös mit Aufgeld, 91 Prozent der Lose nach Anzahl wurden verkauft. Sammler und Händler aus aller Welt hoben in spannenden Bietgefechten die Objekte auf vielfache Taxen. Das Ergebnis: 140 Prozent nach unterer Schätzpreissumme wurden eingespielt. Der Erfolg der Auktion bestätigt den visionären Blick des 2009 verstorbenen Bauunternehmers aus Milwaukee und seiner Gattin.

Wiederentdeckung fast vergessener Künstler

Seit den 70er Jahren sammelten sie deutsche Kunst der Zwischenkriegszeit - Künstlerinnen und Künstler, die die Weimarer Zeit mit kritischem Blick festhielten. Manche von ihnen gerieten durch Kriegswirren in die Vergessenheit. Marvin & Janet Fishman haben durch ihr Engagement und zahlreiche Ausstellungen ihrer Kollektion sehr dazu beigetragen, dass dieser Epoche der Kunst wieder größere Aufmerksamkeit zuteil wird.

Einführung in den Markt

Bereits im Herbst 2000 kam ein erster Teil mit ausgewählten Werken der Sammlung in der Sonderauktion "The Marvin & Janet Fishman Collection. German Art from Expressionism to Resistance" bei Sotheby's London unter den Hammer. Mit dieser Versteigerung wurde damals der Markt für einige Künstler regelrecht erschlossen. Die Auktion bei Karl & Faber, mit der die Sammlung nun komplett aufgelöst wurde, knüpft daran an. Einige Werke, die damals unverkauft blieben, erzielten jetzt Höchstpreise. Einen Rekordpreis spielte Josef Scharls "Misshandelte Dirne" ein. Ein bekannter Münchener Sammler setzte sich bei 84.000 Euro (netto) durch. Der Schätzpreis für die kahle Hure, die sich trotz Würgemalen am Hals porträtieren lässt, hatte bei nur 12.500 bis 15.000 Euro gelegen. Ihr hoher Zuschlagspreis zeigt exemplarisch wie der Markt sich gewandelt hat. Das Bewusstsein für die Kunst der Weimarer Zeit sorgt für steigende Preise. Als das Bild 2000 bei Sotheby's für rund 48.000 Euro angeboten wurde fand es keinen Käufer.

Ein Reeder ließ viel ersteigern

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