Karl & Faber
Zeichnung springt von 300 auf 320 000 Euro

Ein Gemälde von Alfons Walde brachte bei der Herbstauktion des Münchner Hauses Karl & Faber den höchsten Preis ein. Karl & Fabers abwechslungsreiches Angebot wurde überwiegend von privaten Sammlern aufgenommen, die sich an den Taxen orientierten. Eine Zeichnung aber wurde stark gesteigert.
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MÜNCHEN. Bei der Herbstauktion des Münchner Hauses Karl & Faber avancierte erwartungsgemäß ein Gemälde von Alfons Walde zum teuersten Gemälde der Versteigerung. Mit einem Zuschlag von 170 000 Euro (netto) zugunsten eines österreichischen Händlers blieb die Tiroler Berglandschaft jedoch ein wenig unter seiner Schätzung von 180 000 bis 200 000 Euro.

Karl & Faber abwechslungsreiches Angebot wurde überwiegend von privaten Sammlern aufgenommen. Die Werke spielten rund zwei Drittel der Schätzpreissumme ein. Die Kunden agierten selektiv und orientierten sich oft an den Taxen, so dass große Preissteigerungen und heftige Bietgefechte die Ausnahme blieben.

Von 300 Euro auf 32 000 Euro gesteigert wurde ein im Katalog als „Deutsch“ bezeichnete Bleistiftzeichnung nach einem Fresko von Friedrich Overbeck. Vier Bieter bemühten sich um die einfühlsame Figurendarstellung, ein deutscher Sammler setzte sich durch.

Bemerkenswert schloss mit 52 000 Euro eine leuchtend magische Meditation von Alexej von Jawlensky ab (Taxe 30 000 - 40 000). Max Pechsteins grün-saftige Landschaft „Vor dem Gewitter“ von 1942 geht für 48 000 Euro ebenfalls in private Hände (45 000 - 50 000). Willi Baumeisters Ölbild „Kleine Nautika“ übernahm der deutsche Handel zur unteren Taxe von 80 000 Euro. Für Jörg Immendorffs frühes Objekt „Für dunkle Tage unterwegs („Ich Stab“)“ bewilligte der Handel 24 000 Euro (10 000 - 15 000).

Aus der Fishman-Sammlung, deren Werke Karl & Faber in einer äußerst erfolgreichen Auktion im Oktober versteigerte, stammten weitere 16 Werke, 15 davon wurden verkauft. Zwei außergewöhnliche Keramiken von Joan Miró sicherte sich der internationale Handel für 58 000 Euro und 46 000 Euro.

Traditionell sehr gut verkauft wurde die Altmeistergraphik, über 80 Prozent der Lose wurden in der Auktion zugeschlagen. Auch hier agierten überwiegend Privatsammler wie bei der raren Radierung „Ein Burghof“ von Augustin Hirschvogel von 1546, die ein US-Sammler für 16 000 Euro ersteigerte. Ein prachtvoller Druck eines sitzenden männlichen Aktes von Rembrandt spielte die untere Taxe von 20 000 Euro ein. Das Studienblatt ist eine Rarität, da die Platte früh verloren ging. Johann G. von Dillis Aquarell „Blick auf Schloss Harlaching“ geht in für günstige 27 000 Euro in den Bestand eines US-Museums.

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