Karl & Faber
Zigeuner auf der Zigarettenkiste

Gemälde und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts sind die Favoriten der Oktober-Auktion bei Karl & Faber. Top-Los ist ein Spitzweg im Miniformat. Im Segment der Altmeister honoriert niederländischer Handel die hohe Qualität eines Lautenspielers von Jan Molenaer.
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MünchenBei Karl & Fabers Auktion „Alte Meister und Kunst  des 19. Jahrhunderts“ war besonders das 19. Jahrhundert gut nachgefragt. Insgesamt wurden in München am 26. Oktober 77 Prozent der Schätzpreissumme realisiert, bilanziert Auktionator und Geschäftsführer Rupert Keim. Ein höchst attraktives, kleines Gemälde, das Carl Spitzweg auf dem Deckel einer Zigarrenkiste festhielt, bekam den Höchstzuschlag der Auktion mit 40.000 Euro (ohne Aufgeld und Mehrwertsteuer).

Vier Telefonbieter haben das Nachsehen

Spitzweg hielt die „Rastenden Zigeuner“ um 1875 im impressionistischen Duktus der Plein-Air-Malerei (Freilicht-Malerei) fest. Das Werk befindet sich nun in den Händen einer deutschen Sammlerin, die sich gegen vier Telefonbieter durchsetzte. Der Schätzpreis lag bei 25.000 bis 30.000 Euro. Eine pastose Ölskizze des Künstlers vervierfachte ihre Taxe von 3.000 bis 4.000 Euro. Sie wurde für 12.000 Euro zugunsten eines deutschen Sammlers zugeschlagen.

Überraschend ist das Ergebnis für ein Gemälde von Christian Friedrich Mali. Die stimmungsvolle Schilderung eines Sommertags am Chiemsee kletterte dank mehrerer Telefonbieter von geschätzten 2.300 Euro auf 31.000 Euro. Sie kommt aus rheinischem Privatbesitz.

Molenaer in musealer Qualität

Aus einer Privatsammlung, deren Schwerpunkt auf Darstellungen von Musikern liegt, stammt das Frühwerk „Lautenspieler“ des Haarlemer Malers Jan Miense Molenaer. Die museale Qualität und der hervorragende Erhaltungszustand wurden entsprechend vom Markt bewertet und so fiel der Hammer erst bei 26.000 Euro zugunsten niederländischen Handels. Das Bild brachte mehr als die doppelte Schätzung von 10.000 bis 12.000 Euro. Das ebenfalls aus dieser Sammlung stammende Top-Los der Auktion, ein Vanitas-Stillleben von Samuel van Hoogstraten, wurde im Nachverkauf für 20.000 Euro verkauft. Aufgrund des Zustands war die Taxe wohl zu enthusiastisch (30.000 bis 40.000). Ein barocker Freskoentwurf des Augsburgers Johann Georg Dieffenbrunner, ausgeführt in schwarzer und grauer Feder, war mit einem Zuschlag von 28.000 Euro erfolgreich, das Vierfache der Schätzung.

Overbeck-Zeichnung in US-Sammlung

Ein bayerischer Sammler, der über eine der umfangreichsten Sammlung für Papierarbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts verfügt, sicherte sich aus der Offerte mit Werken von Johann Georg von Dillis, die auf reges Interesse stieß, ein frühes Aquarell eines Jägers mit seinen Hunden für 13.000 Euro (5.000 bis 6.000). In die USA geht eine Zeichnung von Friedrich Overbeck, die über Jahrzehnte in einer Sammlung in Bielefeld war. 15.500 Euro bewilligte der Käufer für die großformatige Darstellung der Versöhnung Esaus und Jakobs.

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