Kartographie
Traumpreis für eine Landkarte

Eine Viertelmillion Euro bezahlte ein Privatsammler für die erste in Kupfer gestochene Weltkarte. Der Spezialversteigerer für Atlanten und Landkarten, Reiss & Sohn, hatte die geozentrische Karte im Angebot seiner Herbstauktionen.
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KÖNIGSTEIN. Die teuerste gedruckte Landkarte der Welt kostet 243600 Euro (inklusive Aufgeld, ohne MwSt.). Der Hammer war im Auktionshaus Reiss & Sohn in Königstein im Taunus bei 210 000 Euro gefallen. So viel bezahlte ein internationaler Händler in privatem Auftrag für eine 1477 in Bologna gedruckte Karte der gesamten damals bekannten Welt mit dem geozentrischen Weltbild nach Ptolemäus. Diese Karte in Kegelprojektion ist die erste in Kupfer gestochene Weltkarte. Ein Meilenstein für Druckgeschichte und Kartographie.

Reiss & Sohn hatte die sonst nur in einigen Bibliotheken vorhandene und noch nie im Handel aufgetauchte Karte vorsichtig auf 25 000 Euro taxiert. Der höchste Preis für eine einzelne Karte war zuvor 2006 in Paris mit 200 000 Euro (ohne Aufgeld) erzielt worden, allerdings für ein nachweisliches Einzelstück.

Teuerstes Los der Auktion vom 27. bis 30. Oktober war ein koloriertes Exemplar des Städtebuches "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Frans Hogenberg in den Jahren 1575-1618 publiziert (230 000 Euro netto). Den Gesamterlös gibt das Haus mit knapp über 4 Mio. Euro netto an.

www.reiss-sohn.de

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