Kassel 2007
Documenta will Kunst der ganzen Welt zeigen

Der wachsende Wille der Documenta, nicht nur moderne Kunst des Westens sondern der ganzen Welt zu zeigen, macht die Vorbereitung der Kasseler Ausstellung zu einer globalen Aktion. Experten aus allen Kontinenten beraten über die Künstlerauswahl und die Themen.

HB KASSEL. Ein Jahr vor dem Start der kommenden documenta im Sommer 2007 berät Kurator Roger M. Buergel mit 70 Kunstzeitschriften aus allen Kontinenten, um Künstlerauswahl und Themen festzulegen. Obwohl er weltweit nach interessanten Künstlern sucht, wird nicht jedes Land vertreten sein. Buergel möchte der ausufernden Ausstellung Grenzen setzen und höchstens 100 Künstler auswählen, die sich dann mit mehreren Arbeiten präsentieren können.

Trotz aller theoretischen Überlegungen vorab verspricht der Kurator eine für jedermann begreifbare Ausstellung: Die Besucher sollen sich auch ohne das Studium kiloschwerer Kataloge und großer Begleittexte einen Reim machen können auf die ausgestellten Kunstwerke. Dabei möchte Buergel auch zum Ursprung der documenta zurückkehren und die Ausstellung als Bildungsinstitution begreifen. Bei der ersten documenta 1955 führte der Kasseler Kunstprofessor Arnold Bode die von den Nazis geächtete und den Deutschen vergessene moderne Kunst vor und zeigte klassische Meister wie Picasso, Mondrian oder Klee.

Über das, was in Kassel in einem Jahr zu sehen sein wird, schweigen die Organisatoren sich wie üblich noch weitgehend aus. Einzelne Namen beteiligter Künstler wurden bereits genannt wie auch die Hauptthemen, die Frage der Moderne, der Bildung und der bloßen Existenz. Hauptausstellungsort soll wieder die Kunsthalle Fridericianum werden, verhandelt wird außerdem über die Nutzung weiterer Ausstellungsflächen, unter anderem der Neuen Galerie. Auch unter freiem Himmel soll in Kassel wieder Kunst zu bewundern sein. Um die documenta in das Stadtleben einzufügen, wurde von den Organisatoren eine Kooperation mit dem örtlichen Kulturzentrum Schlachthof gestartet.

Bei der Künstlerauswahl will Buergel das Publikum nach eigenem Bekunden mit Namen überraschen, die sonst nicht zum Repertoire internationaler Großausstellungen gehören. Diese Kunst aus fremden Ländern möchte er in Kassel eingebettet in ihren lokalen Zusammenhang vorführen. Ganz ohne vorbereitende Lektüre will er die Besucher trotz allem Bemühen um Verständlichkeit dennoch nicht auf die Objekte loslassen: Drei „documenta zwölf magazines“ mit Beiträgen von den 70 internationalen Kunstzeitschriften sollen auf die Ausstellung vorbereiten: „Ich denke aber, dass man durch die Ausstellung auch ohne diese Magazine zu kennen fröhlich trällernd schlendern kann und etwas davon hat.“

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