Katharina Hacker
Deutscher Buchpreis für „Habenichtse“

Die Schriftstellerin Katharina Hacker erhält für ihren Roman "Die Habenichtse" den Deutschen Buchpreis 2006. Damit konnte sich die Berliner Autorin gegen namhafte Mitbewerber durchsetzen.

HB FRANKFURT/MAIN. Dies gab die siebenköpfige Jury am Montagabend in Frankfurt bekannt. Die 39-jährige Autorin, die in Frankfurt geboren wurde und in Berlin lebt, setzte sich im Finale gegen fünf andere Autoren durch. Der Hauptpreis ist mit 25 000 Euro dotiert. Die übrigen fünf nominierten Schriftsteller erhalten jeweils 2 500 Euro.

Der Preis wurde zum zweiten Mal vergeben. Er orientiert sich an Vorbildern wie dem englischen Man Booker Prize und dem französischen Prix Goncourt. Mit dem Preis soll die deutschsprachige Literatur auch im Ausland bekannter gemacht werden. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den österreichischen Autor Arno Geiger für "Es geht uns gut".

"Katharina Hackers Roman "Die Habenichtse" erzählt die Geschichte von Haben und Sein neu. Ihre Protagonisten sind in den Dreißigern, wissen alles und kennen doch eines nicht: sich selbst. Sie lassen sich treiben und sind gleichermaßen Getriebene. In einer flirrenden, atmosphärisch dichten Sprache führt Katharina Hacker ihre Helden durch Geschichtsräume und in Problemfelder der unmittelbarsten Gegenwart, ihre Fragen sind unsere Fragen: Wie willst du leben? Was sind deine Werte? Wie sollst und wie kannst du handeln? Die Qualität des Romans besteht darin, diese Fragen in Geschichten aufzulösen, die sich mit den plakativen Antworten von Politik und Medien nicht zufriedengeben", so die Begründung der sieben Jury-Mitglieder.

Die Jury hatte zum Schluss die Auswahl unter sechs Romanen, die es in die Finalrunde schafften. Nominiert wurden neben Hacker Martin Walser ("Angstblüte"), Thomas Hettche ("Woraus wir gemacht sind"), Ingo Schulze ("Neue Leben"), Sasa Stanisic ("Wie der Soldat das Grammophon repariert") und Ilja Trojanow ("Der Weltensammler"). Insgesamt lagen der Jury 120 Romane in deutscher Sprache vor, die zwischen dem 1. Oktober 2005 und 12. September 2006 erschienen sind. Der Jury gehörten die Schriftsteller John von Düffel und Terezia Mora an, die Journalisten Elmar Krekeler ("Die Welt"), Volker Hage ("Der Spiegel") und Denis Scheck (Deutschlandfunk), die Literaturkritikerin Pia Reinacher sowie der Buchhändler Stephan Samtleben.

Der Deutsche Buchpreis soll jedes Jahr als Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman vergeben werden. Um Unabhängigkeit und Transparenz bei der Preisvergabe zu sichern, wurde eine "Akademie Deutscher Buchpreis" berufen; die elf Mitglieder kommen aus der Buch- und Medienbranche. Das Gremium bestimmt die jährlich wechselnde Jury, die den Preisträger in mehreren Auswahletappen kürt. Der Preis wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen. Jeder Verlag aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kann sich mit zwei deutschsprachigen Romanen aus seinem aktuellen oder geplanten Programm um die Auszeichnung bewerben. Die Jury sichtet die Einsendungen, sie kann auch zusätzliche Titel anfordern, die sie für geeignet hält.

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