Kein amerikanischer Traum - von Clint Eeastwood
Neu im Kino: "Million Dollar Baby"

Der Oscar-Gewinner. Sieht man die erste halbe, dreiviertel Stunde, so versteht man kaum, was der Hollywooder Academy so sehr gefallen hat. Das ist doch nur ein "feel good movie" über eine amerikanische Karriere?

Da kommt eine junge Frau, Maggie (Hilary Swank), in ein Gym, Boxen will sie lernen, der alternde Frankie (Clint Eastwood) soll sie trainieren. Er weigert sich zunächst, weil er Frauen nicht trainiert, aber mit eiserner Beharrlichkeit gelingt es ihr, ihn zu überzeugen. Er macht sie zu einer guten Boxerin, führt sie bis zum Kampf um den Titel. Ein amerikanischer Traum wird wahr - um so mehr, als Maggie aus arg armen Verhältnissen kommt und sich den Weg nach oben im wahrsten Sinn des Wortes 'erkämpfen' muss.

Dann aber schlägt der Film einen unerwartet anderen Ton an, erzählt eine andere Geschichte. Die handelt nicht nur davon, wie die beiden, Frank und Maggie, sich aneinander gewöhnen und Freunde werden, sondern auch davon, welchen abgrundtiefen Belastungen diese Freundschaft standhalten muss (und wird). Hier wird der Film zu einer bitteren Kritik am amerikanischen Traum, die das, was wir zuvor gesehen haben, in ein anderes Licht setzt. Und der Film wird zu einem bewegenden Melodrama, dem sich zu entziehen schwer fällt, vor allem auch wegen der beiden Schauspieler, Swank und Eastwood, die die Tiefen menschlichen Leidens über alle Grenzen hinaus ausloten. Man kommt aus dem Kino und denkt, dass die Academy vielleicht doch richtig entschieden hat.

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