Ketterer Buchauktion
Revolutionäre Seekarte

Ohne nautische Probleme durch Gezeitengewässer schippern war mit den Seekarten von Lucas J. Waghenaer kein Problem mehr. Das innovative Kartenwerk aus dem späten 16. Jahrhundert führt das Angebot von Ketterers Buchauktion in Hamburg an. Aus dem Rahmen fallen auch die zehn Bände über die Schmetterlinge Indiens und eines der schönsten botanischen Bücher des 18. Jahrhunderts.
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HamburgUm eine nautische Rarität handelt es sich bei Lucas Janszoon Waghenaers Kartenwerk „Spieghel der Zeevaert“, das am Abend des 19. Mai 2014 bei Ketterer Kunst in Hamburg versteigert werden soll. Das Meisterwerk des berühmten Steuermanns aus dem nordholländischen Enkhuysen ging als erster gedruckter Seeatlas in die Geschichte der Kartographie ein. Den Seeleuten hatte er grundlegende Neuheiten zu bieten, darunter sehr genaue Karten in großem Maßstab, landeskundliche Informationen und die für die nordwesteuropäischen Gezeitengewässer nützlichen Segelanweisungen. Darunter versteht man etwa Gezeitenwerte, Strömungsangaben, Meerestiefen, Beschreibungen der Küste und des Meeresgrundes.

In über 20 Ausgaben in vier verschiedenen Sprachen erschien von Waghenaers Seeatlas zwischen 1584 und 1620. Das von Ketterer angebotene Exemplar kam 1590 in französischer Sprache mit 47 doppelblattgroßen Karten und zwei ganzseitigen Textkupfern auf den Markt. Es ist auf 85.000 Euro geschätzt.

Schwierige Schätzung von Raritäten

Insgesamt werden in Hamburg am 19. und 20. Mai über 1330 Lose versteigert, darunter auch Conrad Gesners 1575 bis 1589 erschienenes, köstliches „Vogel-, Thier-, Fisch-, Schlangenbuch“ (Taxe 20.000 Euro) und die erste Ausgabe des Tafelwerks "Naturgeschichte der Vögel" von Georges-Louis Leclerc de Buffon (10.000 Euro).

Unter den 131 Positionen der Abendauktion fällt ein seltenes Kompendium mit 836 kolorierten Schmetterlingsdarstellungen ins Auge. Das zehnbändige, zwischen 1890 und 1913 erschienene Buch von Frederic Moore und Charles Swinhoe ist wunderbarerweise komplett. Sämtliche seinerzeit bekannten Schmetterlinge Indiens in außergewöhnlich exakter Zeichnung und wirklichkeitsgetreuer Farbgebung sind darin zu finden.

25.000 Euro will Ketterer mindestens für das Schmetterlingskompendium einnehmen. Das ist sehr vorsichtig geschätzt, denn es ist sehr schwierig zu taxieren, weil es so selten auf den Markt kommt. Ein zweites Exemplar findet sich zurzeit für 48.000 Euro im Amsterdamer Antiqariaat Junk. Ein anderes tauchte vor 17 Jahren auf.

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