Ketterer
Kunst bleibt die schönste Wertanlage

Kunst als Wertanlage ist aktueller denn je. Ketterer setzt sich mit seinem Herbstergebnis von fast 22 Millionen Euro an die Spitze der deutschen Versteigerer für moderne und zeitgenössische Kunst. Mit Werken von August Macke, Kazuo Shiraga und Günther Uecker fuhr das Münchener Auktionshaus siebenstellige Erlöse ein.
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MünchenDer deutsche Auktionsmarkt für moderne und zeitgenössische Kunst zeigte sich robust in diesen Herbst. Van Ham in Köln etwa konnte mit 7,5 Millionen Euro das beste Saison-Ergebnis seiner Geschichte vermelden. Auch Ketterer in München übertraf sein Ergebnis der vorherigen Herbstsaison um stattliche 5,2 Millionen Euro. Letzten Freitag und Samstag fuhr das Unternehmen bei seinen Auktionen „Moderne Kunst“, „Kunst nach 1945 und zeitgenössische Kunst“ 21,6 Millionen Euro inkl. Aufgeld ein. 70 Prozent der Lose wurden zugeschlagen.

Mit diesem Ergebnis verwies der süddeutsche Versteigerer die Konkurrenz Lempertz und Villa Grisebach auf die hinteren Plätze. Den Top-Zuschlag erzielte mit 3,14 Millionen Euro (alle Erlöse inkl. Aufgeld) Kazuo Shiragas Gemälde „Chijikusai Gotenrai“ von 1961. Ende der 1950er-Jahre begann der Japaner, an Seilen hängend, seine Bilder mit den Füßen zu malen. Heute ist seine impulsive Malerei weltweit gefragt. Als Robert Ketterer die mit 400.000 Euro moderat taxierte, kraftvolle Abstraktion aufrief, mussten 14 Telefonleitungen bis in die USA, nach Japan und nach China geschaltet werden. Durchgesetzt hat sich ein Sammler aus Hongkong. Sein Einsatz ist nicht weit entfernt vom Künstler-Rekord in Höhe von 3,9 Millionen Euro, den Sotheby´s dieses Jahr in Paris erzielte.

Galeristen haben das Nachsehen

Allein mit den Zeitgenossen nahm Ketterer 12,7 Millionen Euro ein. Den zweiten siebenstelligen Erlös brachte Günther Ueckers Nagelbild „Weißer Wind“ von 1997. Erst im Juni hatte der Münchner Versteigerer einen Weltrekord für diesen Zero-Künstler mit 1,26 Millionen Euro erzielt. Diesmal ließ ein deutscher Sammler mitbietende Galeristen aus China und Frankreich sowie Sammler aus den USA und Israel hinter sich. Er bewilligte 1,1 Millionen Euro. Ein Käufer aus Hongkong übernahm wenig später für 270.000 Euro das kleinere Uecker-Werk „Schwarzes Feld I“ von 1981.

„Zero-Kunst ist mittlerweile eine wichtige Umsatzgröße in jeder Auktion geworden“, gestand Robert Ketterer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Otto Pienes gelbes Rasterbild „Ohne Titel“ aus dem Zero-Gründerjahr 1958 kletterte von 80.000 auf knapp 194.000 Euro. Teuerste Arbeit von Heinz Mack wurde mit 137.500 Euro ein unikates Schlitzrelief aus Aluminium von 1960. Beide Werke gehen in die Schweiz.

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