Kinderbücher
Über den Tannen ist Ruh’

Es geht übers Wasser, und es ist schrecklich dunkel, und irgendwie leuchten die felsigen Zähne gespenstisch unter dem Wasser – oder doch nicht? In diese Kinderbücher wird sich Ihr Nachwuchs verbeißen.

DÜSSELDORF. Schwarzbart richtet lächelnd die Spitze des Säbels auf das Herz des Jungen. Da geschieht das Unglaubliche: Die Brut schwingt sich in die Luft – das Kindergezücht kann fliegen. Ja, das ist Peter Pan, aber eben noch ein ganz junger.

Bestseller-Autor Ridley Pearson und der humoristisch geniale Pulitzer-Preisträger Dave Barry haben den Peter Pan vor dem Peter Pan geschrieben: „Peter und die Sternenfänger“. Ein wildromantisches Piratenabenteuer, das zwischen fauligem Atem und heulenden Winden gerade recht kommt nach dem Kino-Familiengrusel „Fluch der Karibik 2“. Erzählt wird, wie Peter zu dem fliegenden, alterslosen Peter Pan wurde – nämlich mit Mut, Geschick und Sternenstaub.

Bevor der New-York-Times-Bestseller von Disney verfilmt werden wird, kommt er zu Weihnachten nach Deutschland, als Buch und, kehlig gesprochen wie aus dem Schiffsbauch der stinkenden „Niemalsland“ von Andreas Fröhlich, als CD.

Kinder, die von den Planken gar nicht loskommen, müssen mit Armin Maiwald auf die „Santa Maria“, das Schiff des Amerika-Entdeckers Christoph Columbus, steigen. Maiwald, Miterfinder der „Sendung mit der Maus“, erklärt in „Christoph Columbus und das Wachsen der Welt“ (Arena Verlag, Euro 12,95) schon Kindern ab 9 Jahren alle Details dieses größten Seeabenteuers aller Zeiten, von der Karavelle bis zum Polarstern.

Und auf dem Festland, bei den Landratten? Kai Meyer, im letzten Jahr mit dem Internationalen Buchpreis Corine ausgezeichnet, versetzt jetzt junge Leser in das alte China. Das Wolkenvolk sucht den Atem der verschollenen Drachen, denn nur so kann ihr ätherisches Zuhause erhalten bleiben. Doch dafür muss Niccolo, der Junge mit den goldenen Augen, in einem pfeilschnellen Luftschlitten auf die Erde gelangen und sich auf die Suche nach den bronzegeschuppten Drachen vergangener Zeiten machen. In Wisperwind findet er eine starke und geheimnisvolle Begleiterin. „Seide und Schwert“ ist ein magisches Fantasy-Buch zwischen Himmel und Erde, gesättigt vor Sprachlust und dicht wie ein breit verzweigter Ginkowald.

Eines der besten Sachbücher in diesem Kinderbuchherbst ist Stefan Weidners „Allah heißt Gott. Eine Reise durch den Islam“. Sehr viel wird hier erklärt: Warum tragen Mädchen ein Kopftuch? Worauf sollte man achten, wenn man einen türkischen Freund zum Mittagessen einlädt (keine Nudeln mit Hackfleischsoße vom Schwein oder Pizza mit Schinken). Das schon für Zehnjährige geeignete Buch setzt an Stellen an, die Kinder im Alltag mit dem Islam konfrontieren: von den Fernsehbildern Osama bin Ladens und terroristischen Gewaltakten bis hin zum Zuckerfest nach dem Ramadan.

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