Kinetische Kunst
Lebenswerk eines Licht-Bändigers

Heinz Mack schuf bewegliche Würfel, die blinken, und funkelnde Rotoren. Anlässlich seines 80. Geburtstag zeigt das Mönchengladbacher Museum Abteiberg eine Retrospektive seiner kinetischen Skulpturen.
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Mönchengladbach.Das Buch war der Anlass für Heinz Mack aufzuräumen: „Ich bin mein größter Sammler“, sagt der Künstler und schmunzelt. Allein drei große Lager mit Hunderten von Arbeiten, darunter viele Werke aus den 1960er-Jahren nennt er sein eigen; dazu 2.000 Dias. Für das Buch, das anlässlich seiner aktuellen Kinetik-Schau im Museum Abteiberg in Mönchengladbach vorgestellt wurde, mussten diese zum Teil elektronisch aufbereitet werden. Herausgekommen ist ein chronologisch angelegtes Standardwerk über das kinetische Werk von Heinz Mack, mindestens zweieinhalb Kilo schwer und 320 Seiten umfassend.

„Kinetik hat einen unglaublich anspruchsvollen Hintergrund“, sagt Mack. Das glaubt man gerne, nicht nur angesichts des Katalogs. Auch seine frühen und teilweise unbekannten kinetischen Objekte, die derzeit im Museum zu bestaunen sind, erschließen sich einem nicht immer gleich. Jedes für sich aber ist auf seine Art faszinierend. Da blinkt ein kinetischer Würfel, funkelt ein schwarzer Rotor mit Spiegelpunkten, surren Apparaturen leise vor sich hin oder rollen Kugeln von einer Wand wie bei der Ziehung der Lotto-Zahlen.

Arbeit mit Licht und Bewegung

„Heute noch ist es so, dass zwei wichtige Medien meine Arbeit bestimmen, und die sind immaterieller Natur: das ist zum einen das Licht und zum anderen die Bewegung“, sagt Mack. Entsprechend ist allen 40 Objekten gemein, dass sie entweder das natürliche Licht reflektieren oder mittels sich drehender Rotoren Licht erzeugen oder aber von selber leuchten. Beim Heimspiel in Mönchengladbach stammen sie alle aus des Künstlers Depot und sind nicht, wie beispielsweise bei der großen Mack-Retrospektive in der Bonner Bundeskunsthalle im Frühjahr dieses Jahres, aus aller Welt zusammengetragen worden.

Auch Filme und Dokumentarfotos von frühen Aktionen, Farbrotationen sowie Entwürfe von Bühnenbildern und Messe-Pavillons sind zu sehen. Flankiert von den Museums-Arbeiten der europäischen und amerikanischen Kunst der 1960er-Jahre erhält man so einen Einblick in die einst revolutionären Gedanken Macks, der sich vor allem auch als Mitbegründer der Zero-Gruppe einen Namen machte. Als Maler, Lichtkünstler und Bildhauer hat er seitdem die Kunst nachhaltig beeinflusst.

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