Klassische Moderne: Südafrikanische Künstlerin auf Höhenflug

Klassische Moderne
Südafrikanische Künstlerin auf Höhenflug

Irma Stern war Schülerin des Brücke-Malers Max Pechstein. Die Bilder der Südafrikanerin kosten bei Bonhams jetzt bis zu 3 Millionen Pfund und sind damit teurer als die ihres Lehrers.  
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LondonDie Preise für die südafrikanische Malerin Irma Stern (1894-1966) schießen weiter in den Himmel. Bonhams erzielte in seiner Auktion südafrikanischer Kunst für ihr Gemälde „Arabischen  Priester“ einen Rekordpreis von 3,04 Millionen Pfund, das Doppelte der Schätzung. Damit liegt der Höchstpreis für die Malerei der im südafrikanischen Transvaal als Tochter deutsch-jüdischer Eltern gebornen Malerin höher als der ihres deutschen Lehrers, Max Pechstein. Stern stellte zum ersten Mal 1919 in Berlin aus und stand den „Brücke“-Maler nahe.

Bonhams hatte erst im Herbst einen Rekord für Stern aufgestellt, mit 2,4 Millionen Pfund für das in bunte Tücher gehüllte „Bahora Girl“. Nun wurde ein sitzender Mädchenakt mit einem Korb Orangen, der an Paul Gauguins Haiti-Bilder erinnert, zweitteuerstes Los mit 1,7 Millionen Pfund bei einer Schätzung von 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund. Es gab in der Abendauktion weitere Rekordpreise für südafrikanische Moderne wie Alexis Preller (1911-1975,  748.000 Pfund) und Gerard Sekoto (1913-1993, 602.400 Pfund).

Südafrikas nationaler Kunstmarkt wird von südafrikanischem Rohstoffreichtum, aber auch von einer über den ganzen Globus verstreuten Diaspora von Exil-Südafrikanern angetrieben. Die Sammler sind betucht, aber auch wählerisch: Bonhams Serie nahm insgesamt 8,6 Millionen Pfund ein, doch 43 Prozent der Lose gingen zurück.

 

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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