Konkurrenz zur Art Köln
Art Düsseldorf startet mit großen Galerie-Namen

Eine neue Kunstmesse im Rheinland sorgt für Spannung. Die Art Düsseldorf startet im November mit bekannten Galerien – und tritt in Konkurrenz zur Art Cologne.
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DüsseldorfEin Raunen ging durch die rheinische Kunstszene, als bekannt wurde, dass ausgerechnet in Kölns Nachbarstadt Düsseldorf eine neue Kunstmesse aus der Taufe gehoben wird. Das liegt zum einen daran, dass an der neuen Art Düsseldorf die mächtige Schweizer Messegesellschaft MCH beteiligt ist, die auch die weltweit wichtigste Kunstmesse Art Basel veranstaltet. Zum anderen könnte der größten deutschen Kunstmesse Art Cologne nur rund 50 Kilometer weiter eine rheinische Messekonkurrenz erwachsen.

In den vergangenen Jahren hatte es bereits einige vergebliche Versuche gegeben, Kunstmessen in Düsseldorf zu etablieren. Der neue Anlauf ist allerdings professioneller.

Entsprechend groß war die Spannung, welche Galerien zur Premiere der Art Düsseldorf vom 17. bis 19. November im Areal Böhler auftreten werden. Am Mittwoch gaben die Veranstalter die Liste der rund 80 Teilnehmer bekannt – und es finden sich einige Schwergewichte darunter. So sind aus New York David Zwirner und Marlborough Contemporary dabei sowie weitere Galerien aus den USA, Berlin, Deutschland, Österreich und den Beneluxländern. Auch aus Israel, Japan, der Türkei und Uruguay lud eine aus zehn Galeristen bestehende Auswahljury Galerien ein.

Rheinisch verankert wird die Art Düsseldorf durch insgesamt rund 20 Kölner und Düsseldorfer Galerien. Dazu zählen etwa Michael Werner, Thomas Rehbein und Thomas Zander aus Köln sowie Hans Mayer, Schönewald, Van Horn, Cosar, Linn Lühn, Sies + Höke und Beck & Eggeling aus Düsseldorf.

Das große Interesse an Düsseldorf mit seiner lebhaften Kunstszene und den reichen Sammlern zeigte die Zahl von insgesamt 270 Anmeldungen. Aus Platzgründen seien nur 80 ausgewählt worden, sagt Messedirektor Walter Gehlen. Künftig soll also auf die Art Cologne im April mit zuletzt rund 200 Galeristen im November die kleinere Art Düsseldorf mit derzeit 80 Teilnehmern folgen.

Hervorgegangen ist die Art Düsseldorf aus der eher niedrigpreisigen Art.Fair in Köln. Aber Überschneidungen gebe es gar keine mehr, sagt Gehlen. Aufhorchen lässt, dass ein Großteil der Teilnehmer der Art Düsseldorf auch auf den großen internationalen Messen vertreten ist und viele parallel zur Art Cologne jetzt auch die neue Messe „nebenan“ als Plattform nutzen. Skeptiker hatten zunächst eine Spaltung der rheinischen Kunstszene durch die Art Düsseldorf befürchtet.

Eine wichtige Zielgruppe im Kunstmessemarkt seien junge Sammler, sagt Gehlen. Da bestehe „sehr viel Nachholbedarf am Kunstmarkt“. Entsprechend weit sind die Preisspannen. „Es fängt dreistellig an, deutlich unter 1000 Euro“, sagt Gehlen. Aber es würden „mit Sicherheit auch Arbeiten im Millionenbereich angeboten“. Vertreten seien sowohl vielversprechende junge Künstler, als auch solche, die bereits in der Mitte ihrer Karriere stehen und die fest etablierten „blue chip“-Künstler. Junge Sammler sollen mit Führungen und Podiumsgesprächen über den Markt informiert werden.

Art-Cologne-Chef Hug hatte der Schweizer MCH eine „Form von Kolonialismus“ vorgeworfen. „Kolonialisierung ist ein Vorgang, der mit Unterdrückung, Ausbeutung und Bedrohung zu tun hat“, sagt Gehlen dazu. „Unsere Aussteller kommen sehr gern freiwillig, weil sie vom Konzept der Art Düsseldorf überzeugt sind.“ Auch Art-Basel-Chef Marc Spiegler blieb gelassen: „Jede Messe generiert neue Märkte und neue Sammler“, hatte er im Juni gesagt.

Aber auch die Koelnmesse als Veranstalter der Art Cologne bleibt nicht untätig auf dem Markt und mischte erstmals bei der Berlin Art Week mit. Ziel ist, die neue Art Berlin neben der Art Cologne zu einer führenden Kunstmesse zu entwickeln. Als Manko des Szene-Hotspots Berlin gilt aber immer noch, dass es dort wenig potente Käufer und Sammler gibt. Diese findet man im Rheinland, in Belgien oder in Frankreich. Die starke Kunstregion Rheinland dürfte auch ein Grund für den Einstieg von MCH bei der Art Düsseldorf gewesen sein. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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