Krebs
Startenor Luciano Pavarotti erliegt Krebsleiden

Der italienische Startenor Luciano Pavarotti ist tot. Er sei am frühen Morgen im Alter von 71 Jahren in Modena gestorben, bestätigte sein Manager am Donnerstag. In der Nacht hatte sich der Zustand des krebskranken Sängers dramatisch verschlechtert.

HB MODENA. Der Zustand des krebskranken Sängers hatte sich in der Nacht dramatisch verschlechtert. Pavarotti zählte zu den bedeutendsten Tenören des 20. Jahrhunderts.

Erst kürzlich war Pavarotti mit einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach 14 Tagen konnte er am 25. August wieder entlassen werden. Der Tenor war vor rund einem Jahr in New York wegen eines Krebstumors an der Bauchspeicheldrüse operiert worden und lebte seither zurückgezogen mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Alice in seiner Heimatstadt Modena.

Pavarotti wurde 1935 in Modena geboren. Er galt als einer der größten Opernstars des 20. Jahrhunderts. Jahrzehntelang feierte der „Tenorissimo“ Erfolge an allen großen Opernhäusern der Welt, von der Mailänder Scala über die New Yorker Met und den Covent Garden bis hin zur Staatsoper in Wien. Im Central Park trat der Maestro einmal vor einer halben Million Menschen auf. Zu seinen Gesangspartnerinnen zählten weltberühmte Sopranistinnen wie Joan Sutherland, Montserrat Caballé und Ileana Cotrubas. Pavarottis Karriere begann 1961, als er in Reggio Emilia debütierte und einen internationalen Gesangswettbewerb gewann.

Es folgten Einladungen verschiedener italienischer Opernhäuser. International bekannt wurde „Big Luciano“, als er 1964 in London für den erkrankten Giuseppe Di Stefano als Rudolf in Puccinis „La Bohème“ einsprang. In seinen großen Zeiten schaffte er es, auf einer Partiturzeile gleich neun Mal auf ein hohes C zu kommen. 1990 nutzten dann die „Drei Tenöre“ - Pavarotti, Placido Domingo und Jose Carreras - die Fußballweltmeisterschaft in Italien zu einem weltweit ausgestrahlten Auftritt. Der Live-Mitschnitt wurde zum Kassenschlager in der ganzen Welt.

Die Fans der leichten Muse eroberte der schwergewichtige Sänger mit seinen Benefiz-Konzerten „Pavarotti & Friends“, bei denen er mit internationalen Rock- und Popstars im Duett sang. Jedoch erntete er bei Opernliebhabern Kritik für seine Ausflüge ins leichte Fach. Die ganz große Zeit als Opernstar war für Pavarotti Anfang der 90er Jahre vorbei, als er mit Verdis „Don Carlos“ an der Mailänder Scala Pfiffe erntete. 2004 verkündete er seinen Abschied von den Opernbühnen der Welt, startete jedoch noch eine Abschiedstournee, die er unterbrechen musste, als bei ihm Anfang Juli 2005 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde.

Auch privat war Pavarotti oft in den Schlagzeilen: Mit seinen Rückenleiden, einem Streit um Steuermillionen, der langwierigen Scheidung von seiner ersten Ehefrau Adua und der Hochzeit mit seiner Ex-Sekretärin Nicoletta Mantovani. Diese schenkte ihm 2003 die gemeinsame Tochter Alice. Jedoch überlebte der Zwillingsbruder die Geburt nicht. Von der Trauer hat sich Pavarotti nie ganz erholt.

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