Krieg der Welten
Hörspiel versetzt Amerika in Panik

"Wir unterbrechen unser Programm für eine aktuelle Durchsage vom Mount-Jennings-Observatorium in Chicago." So begann mitten in einer Konzertübertragung am 30. Oktober 1938 ein Hörspiel, das viele Menschen in den USA in Angst und Schrecken versetzte. Der junge Regisseur Orson Welles hatte die fiktive Reportage als glaubwürdiges Katastrophenszenario über den Angriff von Außerirdischen auf die Menschheit inszeniert - und wurde damit weltberühmt.

HB HAMBURG. Das Hörspiel und auch der am Mittwoch in Deutschland erscheinende Kinofilm von Steven Spielberg basieren auf dem 1898 erschienenen Roman "Der Krieg der Welten" (The War of the Worlds) des Briten H.G. Wells. In dem Science-Fiction-Werk greifen Marsianer Großbritannien an, um die rohstoff-und wasserreiche Erde zu erobern.

Für das Hörspiel wurde die Handlung nach New Jersey und New York verlegt. Vor der Radioübertragung am Halloween-Tag waren zwar deutliche Hinweise gesendet worden, dass es sich um eine rein fiktionale Sendung handele. Doch viele Hörer erreichte die Warnung nicht. Voller Angst stürzten sie in Luftschutzkeller, suchten Zuflucht in Kirchen oder packten ihre Familie ins Auto, um zu fliehen. In kürzester Zeit waren die Straßen verstopft. Bei der Polizei blockierten entsetzte Anrufer die Telefonleitungen.

Die Dramaturgie der Schreckensmeldungen im Radio wurde später in vielen Hörspielen und Filmen wie "Independence Day" von Roland Emmerich zitiert: "Irgendetwas oder jemand kommt gerade heraus", stammelte ein "Krieg der Welten"-Reporter angesichts eines gigantischen Einschlagskraters. Dann unterbrach die Übertragung, es folgte Musik, die wiederum durch Nachrichten unterbrochen wurde. "Ein Hitzestrahl aus dem Objekt hat alle Umstehenden binnen Sekunden vernichtet. Die gesamte Region wurde unter Kriegsrecht gestellt."

1977 sendete der WDR eine deutsche Bearbeitung des Hörspiels. Das englische Originalhörspiel wurde durch damals bekannte deutsche Radiojournalisten unterbrochen und kommentiert. Trotz der mehrfach eingestreuten Hinweise auf den fiktionalen Charakter und trotz des deutlich hörbaren Alters der Originalaufnahme gab es auch 39 Jahre danach besorgte Anrufe.

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