Künstler und Sammler Jeff Koons

„Kunst ist ein Investment ins Leben“

Er wird überall auf der Welt gefeiert und ist der teuerste lebende Künstler: Jeff Koons. Im Interview spricht er über die Macht der Werbung, Kitsch, Sex – und verrät, was wahre Kunst wert ist.
9 Kommentare
Künstler Koons: „Meine Werke wollen erregen“ Quelle: dpa

Künstler Koons: „Meine Werke wollen erregen“

(Foto: dpa)

FrankfurtHandelsblatt: Herr Koons, Ihre Kunst handelt von Geburtstagstorten, Comicfiguren und Sex. Der rote Faden ist ...

Jeff Koons: ... das Leben, die Erhaltung von Leben, die Lebensbejahung. Ich liebte immer Kierkegaard und die Existenzialisten. Ich will in meiner Kunst Leben und Lebensenergie einfangen.

Die Oberflächen Ihrer Skulpturen und Gemälde sind überwältigend. Manipulieren Sie damit nicht unseren Blick?

Das tue ich - ich will kommunizieren. So wie Led Zeppelin mit seinem „UUUH my baby let me take you there". Das hörte ich mit 16 beim Autofahren. Er hat mich manipuliert mit seiner Stimme. Meine Bilder wollen den Betrachter ansprechen, stimulieren und erregen.

Wie erreichen Sie das?

Ich möchte, dass der Betrachter seine Gefühle entdeckt, wenn er vor meinen Bildern oder Skulpturen steht. Ziel dieser Manipulation ist immer die Akzeptanz.

Was verstehen Sie unter Akzeptanz?

Ich mache seit 30 Jahren Kunst und fordere den Betrachter dadurch auf, tolerant zu werden. Es geht mir um Selbstakzeptanz und Akzeptanz von allen auch banalen Dingen. Ich habe Schwierigkeiten, wenn Urteile gefällt werden. Wenn man urteilt, distanziert man sich von Dingen, die einem guttun könnten. Dabei geht es mir letztendlich um den Menschen. Jeder Betrachter ist perfekt auch mit seinen Unzulänglichkeiten. Er muss nur herausfinden, wie er seine eigenen Möglichkeiten erweitern kann. Deshalb arbeite ich mit einer bestimmten Bildlichkeit.

Sprechen Sie von Kitsch?

Ich glaube nicht an Kitsch. Der Begriff Kitsch etabliert eine Hierarchie. Dass etwas in der Wahrnehmung besser oder wertvoller ist als anderes. „Woman in Tub" symbolisiert für mich einen Aschenbecher aus meiner Kindheit. Mit dem spielte ich immer im Haus meines Großvaters. Er stellte eine Frau in der Badewanne dar. Dort, wo man die Zigarette ablegt, waren ihre Beine. Der Rauch ließ dann ihre Beine wackeln. Für mich ist der Aschenbecher gleichwertig mit einem Michelangelo oder einem Leonardo. Denn die Kunst liegt im Auge des Betrachters. Sie liegt nicht im Kunstwerk.

„Ich betone die Freiheit“
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9 Kommentare zu "Künstler und Sammler Jeff Koons: „Kunst ist ein Investment ins Leben“"

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  • "Kein Leben ohne Sex"

    Was für ein Witz. Verzichtet mal eine Woche auf Sex und eine Woche auf Nahrung. Mal sehen was euch mehr zusetzt.

    Zu der sogenannten "Kunst" schweige ch mal

  • .... es is aber wunderschöner Kitsch, lebensbejahend!
    Und die Werke, als er sich in Glas beim Vögeln von Ilona abbildete sind auch richtig toll.
    Moderne Kunst muss man eben mögen - hätte sehr gerne eine Koons, aber, leider, leider für den Normalbürger nicht erschwinglich!
    Und wem das nicht gefällt, der kann sich den altdeutschen röhrenden Hirsch in Öl an die Wand hängen, passend zur Schrankwand in Gelsenkirchner Barock.

  • .... es is aber wunderschöner Kitsch, lebensbejahend!
    Und die Werke, als er sich in Glas beim Vögeln von Ilona abbildete sind auch richtig toll.
    Moderne Kunst muss man eben mögen - hätte sehr gerne eine Koons, aber, leider, leider für den Normalbürger nicht erschwinglich!
    Und wem das nicht gefällt, der kann sich den altdeutschen röhrenden Hirsch in Öl an die Wand hängen, passend zur Schrankwand in Gelsenkirchner Barock.

  • Stimmt es denn, dass der Mann kaum die eigene Hand an seine "Kunstwerke" legt, sondern in einer Halle Dienstleister die Jobs erledigen läßt und dann behauptet, dass alles von ihm stamme?
    So einen Scharlatan hatten wir doch schon einmal.
    Er war blond und hat Suppendosen abfotografieren lassen.

  • "Ich möchte, dass der Betrachter seine Gefühle entdeckt, wenn er vor meinen Bildern oder Skulpturen steht. Ziel dieser Manipulation ist immer die Akzeptanz."

    Das was einen Scharlatan, wie Herrn Koons von wahren Könnern unterscheidet ist dass er danach strebt den Gegenüber zu manipulieren , getrieben von seinem pathologischen Geltungsdrang (Minderwertigkeitskomplex) geliebt und bewundert zu werden. Wahre Genies und Könner tun nur das was sie lieben. Ihnen ist es völlig egal was die Betrachter dazu sagen. Da sie also nicht danach streben die Betrachter zu manipulieren, bekunden sie damit auch gleichzeitig ihren Respekt vor ihnen. Scharlatane haben überhaupt keinen Respekt vor dem Nächsten, im Gegenteil empfinden sie dem Nächsten gegenüber eher Häme und Hass, der wiederum von Selbstablehnung und Selbsthass zeugt.

  • Ich liebe diese Venus, die oft geboren hat.
    Ich habe sieben Kinder, mein achtes Kind ist unterwegs.
    Der rote Faden ist das Leben, die Erhaltung von Leben.
    Ich glaube an die Weitergabe von Leben.
    Der Aschenbecher meines Großvaters aus meiner Kindheit. Mit dem spielte ich immer. Er stellte eine Frau in der Badewanne dar. Dort, wo man die Zigarette ablegt, waren ihre Beine.Mit der pornographischen Serie Made in Heaven rücke ich die Biologie in dem Mittelpunkt.
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    Der Typ zelebriert seine Geilheit und die Frau als
    sich ihm nutzbarmachende Gebärmaschine..
    Was er gebiert,sind seine sexuellen Phantastereien.
    Womit er jedem Homosexuellen und Kinderlosen,seine Daseinsberechtigung mangels eigener Reproduktion abspricht.
    Und dieser Spinner ist der am teuersten bezahlte
    lebende Künstler?

  • Na, da investier ich mein Geld doch lieber in eine schöne Frau.

  • Jede Zeit bringt ihre Kinder hervor. Und Herr Koons ist ein wunderbares Beispiel für die degenerierte und dekadente Zeit in der wir leben wo nur noch Blender, Nichtskönner, Lügner und Scharlatane das sagen haben.

  • Kunst liegt im Auge des Betrachters? Richtig, brr! Das ist für mich alles hässlicher Kitsch.

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