Künstlernachlässe
Kampf um Ressourcen

Das Kölner Auktionshaus Van Ham hat ein neues Geschäftsfeld entdeckt: die Vermarktung und Verwaltung von Künstlernachlässen. Ein Künstler muss im Markt präsent sein, argumentiert es. Das sei die beste Werbung für ihn. Spezialisierte Archive denken dagegen zuerst an den Erhalt des Lebenswerks und den Zugang für spätere Generationen.
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KölnKünstlerische Oeuvres gelangen in den überwiegenden Fällen zu Lebzeiten nicht komplett in private Sammlerhände oder Institutionen. Was übrig bleibt, wird von den Erben gehütet, vermarktet oder gestiftet und geschenkt. Wie glücklich sie dabei operieren, ist maßgeblich von der Bereitschaft abhängig, sich sorgfältig über die Bedeutung des Künstlers und die Vermarktungsmöglichkeiten zu informieren. Im Regelfall sind Erben gut beraten, mit einem erfahrenen Galeristen zusammenzuarbeiten, der mit seinem Programm und Kennerschaft eine langfristige Begleitung gewährleistet. Inzwischen schaffen jedoch die Preisentwicklungen, Nachschubprobleme und Neubewertungen eher unbeachteter Künstler neue Anreize, andere Wege der „Verwertung“ zu gehen.

In diese Situation fällt die Gründung des Van Ham Art Estate. Das so titulierte Geschäftsfeld des Kölner Versteigerers hat sich die umfassende Verwaltung und Vermarktung künstlerischer Nachlässe ins Programm geschrieben. „Manche Künstler geraten deshalb nach ihrem Tod in Vergessenheit, weil oftmals das Know-how für ein adäquates Management bei den Erben fehlt“, erläutert Eisenbeis sein Konzept, das im Auktionsgeschäft bislang nur ausnahmsweise und mit Einschränkungen praktiziert wird.

"Eine logische Entwicklung"

Van Ham geht nicht ganz unvorbereitet an seine neue Dienstleistung heran. Seit Ende der 1990er-Jahre verwertet das Unternehmen bereits den Nachlass der Fotokünstlerin Tata Ronkholz (1940-1997) und seit 2005 arbeitet man mit den Erben des Malers Karl Hofers (1878-1955) zusammen. In diesem Fall hat das Auktionshaus auch für das Erscheinen des Werkverzeichnisses gesorgt. Jüngster Zugang ist die Hinterlassenschaft des Malers Karl Fred Dahmen (1917-1981). „Wir bauen unsere Erfahrungen einfach aus. Das ist eine logische Entwicklung“, findet der Versteigerer.

Im Fall Dahmen freut sich Eisenbeis über das bereits vorhandene Werkverzeichnis der Gemälde, den guten Überblick über die Papierarbeiten und einen perfekt sortierten schriftlichen Nachlass. Außerdem gebe es noch ein umfangreiches Konvolut sehr qualitätvoller Arbeiten des kürzlich verstorbenen Fotografen Robert Häusser, der Dahmen zeitlebens fotografisch begleitete. Und eine Retrospektive ist auch schon in Planung: 2017 zum 100. Geburtstag des Künstlers im Leopold-Hoesch-Museum in Düren.

Das zweibändige Werkverzeichnis Dahmen ist im Internet leicht zu finden. Erarbeitet wurde es von der Galerie Boisserée in Köln, die sich auf Nachfrage „maßlos enttäuscht“ über die Entwicklung äußert. 15 Jahre hätte sie den Nachlass in Zusammenarbeit mit dem Sohn Dahmens betreut. Jetzt kümmere sich die Enkelgeneration um die Hinterlassenschaft. Um sämtliche Werke und Archivalien übernehmen zu können, hätte die Galerie eigens Räume anmieten müssen. Das kam nach Angaben von Johannes Schilling nicht in Frage.

Kommentare zu " Künstlernachlässe: Kampf um Ressourcen"

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  • Das wird nicht funktionieren,denn es ist nun mal Aufgabe ines Galeristen,einen Künstler aufzubauen und nicht die eines Auktionators,der den Zweitmarkt bedient.Vermutlich wieder viel heiße Luft um wenig wie oft bei Herrn Eisenbeiss.Herr Keim hat völlig recht.Schuster bleib bei deinen Leisten.Die Galerie Boisseree könnte es besser.Schade.

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